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Knochengesundheit im Auge behalten

Achten Sie ab dem mittleren Lebensalter auf Risikofaktoren für Osteoporose

Symbolbild: Das Innere von Hüftgelenksknochen / Bildquelle: Javier Regueiro/shutterstock.com

Im Alter zwischen 30 und 40 Jahren erreichen die Knochen gesunder Menschen ihre höchste Dichte. Die Grundlage dafür wird schon in der Kindheit und Jugend gelegt. Wichtige Bausteine dafür sind eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Kalzium, viel Bewegung und eine gute Versorgung mit Vitamin-D. Ab dem Alter von zirka 50 Jahren nimmt die Knochendichte dann bei allen Menschen langsam ab. Schreitet dieser Abbau rascher als normal fort oder war die Knochendichte von Anfang an niedrig, spricht man zunächst von Osteopenie und später von Osteoporose (Knochenschwund). Diese Erkrankung ist mit einer erhöhten Brüchigkeit der Knochen verbunden.

Oberärztin Dr.in Pia Plasenzotti Es ist daher wichtig, die Gesundheit der Knochen ab dem mittleren Lebensalter im Auge zu behalten. Mit dem Thema Knochengesundheit sind viele medizinische Fachrichtungen befasst, etwa die Orthopädie, die Gynäkologie aber auch die Innere Medizin. Oberärztin Dr.in Pia Plasenzotti (siehe Foto), von der Schilddrüsen- und Osteoporose-Ambulanz im WGKK-Gesundheitszentrum Wien-Süd, betont: „Ärztinnen und Ärzte können aus der Krankengeschichte und durch gezieltes Fragen erkennen, ob eine Patientin bzw. ein Patient ein erhöhtes Risiko für Osteoporose hat“. Wenn auf Sie einer oder mehrere der folgenden Punkte zutreffen, sprechen Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt doch einmal darauf an. Das gilt besonders für chronisch kranke Patientinnen und Patienten, die sich an ihre behandelnde Ärztin bzw. ihren Arzt wenden sollten.

Risikofaktoren für Osteoporose:

  • Bewegungsmangel, etwa durch lange Krankheit
  • Untergewicht: Body Mass Index < 20 ( linkBMI-Rechner )
  • frühe Wechseljahre und/oder später Beginn der Regelblutung
  • Testosteronmangel bei Männern
  • regelmäßige Einnahme von Kortison
  • Einnahme von Medikamenten gegen Epilepsie oder Hormonblockern (etwa bei Brustkrebs oder Prostatakrebs)
  • Erkrankungen der Schilddrüse, der Nebenschilddrüsen oder der Nebennieren
  • chronische Erkrankung der Niere,
  • chronische Erkrankung des Magen-Darm-Traktes,
  • chronische Erkrankung der der Gelenke (z.B. Rheumatoide Arthritis)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Multiple-Sklerose
  • Muskelerkrankungen
  • COPD (Lungenerkrankung, meist durch das Rauchen ausgelöst)
  • Osteoporose-Erkrankungen in der Familie
  • Rauchen
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • ein osteoporotischer Bruch in der Vergangenheit

 
„Zur weiteren Abklärung kann Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt zunächst eine Laboruntersuchungen und ein Röntgen der Wirbelsäule veranlassen. Häufig wird eine Knochendichtemessung durchgeführt. „In manchen Fällen werden Sie an Spezialistinnen und Spezialisten für den Knochenstoffwechsel überwiesen – etwa an meine Ambulanz“, informiert Dr.in Plasenzotti.

Wichtig ist es Dr.in Plasenzotti festzuhalten: „Die Knochendichtemessung ist nur ein kleiner Teil der Diagnose, das Ergebnis allein sagt wenig über die Form der Erkrankung, die Therapie und die Prognose aus“. Deshalb wird die Knochendichtemessung auch Frauen ohne erhöhtem Risiko für Osteoporose erst im Alter von 65 Jahren empfohlen, Männer sollten diese Untersuchung ab 70 machen lassen. Angeraten wird eine Knochendichtemessung auch für alle Erwachsenen mit oben genannten Risikofaktoren, Knochenbrüchen in der Krankengeschichte oder längerfristiger Einnahme von Medikamenten, die den Knochenverlust beschleunigen.

Ambulanzen des WGKK-Gesundheitsverbunds