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Gratis-Zahnspange – Fragen und Antworten

Was sind die Voraussetzungen für die kostenlose Zahnspange? Wo gibt es die Gratis-Zahnspange?


Wer kann mich wegen der Gratis-Zahnspange beraten?
Ein Kieferorthopädie-Beratungsgespräch kann jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt durchführen. Es kann aber nur einmal pro Patient/Patientin bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres in Anspruch genommen werden.

Wo muss ich mich hinwenden, um mein Kind für eine Gratis-Zahnspange anzumelden?
Klicken Sie hier für die Adressen von Vertragskieferorthopädinnen/Vertragskieferorthopäden und Instituten:
linkDie Anbieter der Gratis-Zahnspange in Wien

Welcher Zeitpunkt zählt als Behandlungsbeginn?
Mit der Behandlung wird begonnen, wenn die Zahnspange eingesetzt wird. Ein Zahnarzttermin, bei dem z.B. geklärt wird, ob das Kind eine Zahnspange benötigt oder ein Röntgenbild gemacht wird, zählt also nicht als Behandlungsbeginn.

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Voraussetzungen für die Gratis-Zahnspange

Was sind die Voraussetzungen für die kostenlose Zahnspange?

  • Die behandelnde Zahnärztin/der behandelnde Zahnarzt ist Vertragspartnerin/Vertragspartner für Kieferorthopädie.
  • Die Patientin/der Patient ist beim Start der Behandlung (=Einsetzen der Zahnspange) unter 18 Jahre alt.
  • Die Zähne weisen eine massive Fehlstellung auf (= IOTN 4 oder 5)
  • Es werden keine kosmetischen Spangen (z.B. mit weißen Brackets) eingesetzt.


Was kann ich mir als Laie unter einer Fehlstellung IOTN 4 oder 5 vorstellen?
Es handelt sich dabei um erhebliche Zahn- oder Kieferfehlstellungen.

Wer beurteilt, ob mein Kind eine Gratiszahnspange bekommt?
Die Vertragskieferorthopädin oder der Vertragskieferorthopäde.

Gibt es die Gratis-Zahnspange bei allen Fehlstellungen?
Nein. Die Zahnspange ist für Kinder und Jugendliche nur dann kostenlos, wenn ihre Zähne eine Mindestabweichung von der idealen Zahnstellung aufweisen. Die Fehlstellung muss einen Schweregrad der Stufe IOTN 4 oder 5 aufweisen.

Muss die kostenlose Zahnspange bewilligt werden?
Die kostenlose Zahnspange ist bewilligungsfrei – vorausgesetzt, es handelt sich um die Korrektur einer erheblichen Fehlstellung der Zähne wie oben ausgeführt.

Mein Kind hat bereits eine Zahnspange. Kann es während eines laufenden Behandlungsjahres in die Gratiszahnspange wechseln?
Bei einer laufenden kieferorthopädischen Behandlung nach den alten Bestimmungen ist ein Wechsel in die Gratiszahnspanne möglich, wenn die Zahnärztin/der Zahnarzt und die Patientin/der Patient zum Zeitpunkt des Wechsels die Voraussetzungen der Gratiszahnspange erfüllen.
Das heißt: Die Mediziner müssen über die entsprechende Ausbildung verfügen und die Kinder eine Zahnfehlstellung der Stufe IOTN 4 oder 5 aufweisen.

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Hier gibt es die Gratis-Zahnspange

Bekomme ich die Gratis-Zahnspange bei jeder Zahnärztin/jedem Zahnarzt?
Nein, gratis wird die Zahnspange nur bei einer Vertragskieferorthopädin/einem Vertragskieferorthopäden angeboten.

Wo erfahre ich welcher Zahnarzt/welche Zahnärztin Gratiszahnspangen anbietet?
Bei den Krankenkassen, den Zahnärztekammern und hier:
linkDie Anbieter der Gratis-Zahnspange in Wien

Darf mich eine Vertragskieferorthopädin/ein Vertragskieferorthopäde ablehnen?
Die Ablehnung einer Patientin/eines Patienten ist nur in sachlich begründeten Fällen möglich. Beispiele: Keine freien Termine, nicht wohnortnahe, mangelnde Mitwirkung der Patientin/des Patienten (z.B. Mundhygiene).

Was ist, wenn ich nicht zu Vertragsärzten gehen möchte? Gibt es dann auch die Gratis-Zahnspange? Was muss eingereicht werden? Wie hoch ist der Zuschuss?
Die Zahnspange ist nur bei Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzten kostenlos. Geht man zu einer Privatzahnärztin/einem Privatzahnarzt, leistet die Kasse Kostenerstattung nach den geltenden vertraglichen Tarifen, wenn sowohl die Zahnärztin/der Zahnarzt als auch die Patientin/der Patient die Voraussetzungen erfüllen.

Das heißt: Die Mediziner müssen über die entsprechende Ausbildung verfügen und die Kinder eine Zahnfehlstellung der Stufe IOTN 4 oder 5 aufweisen sowie beim Behandlungsbeginn unter 18 Jahre alt sein. Es werden keine kosmetischen Spangen verwendet.

Die Kasse leistet in diesem Fall eine Kostenerstattung in Höhe von 80 Prozent des vertraglich festgelegten Tarifes. Eine genaue Summe kann leider nicht genannt werden, da der tatsächliche Kostenersatz von den Leistungen abhängt, die die Ärztin/der Arzt erbringt.

Welche Kriterien muss eine private Zahnärztin/ein privater Zahnarzt erfüllen, damit man bei ihr/ihm die Gratis- Zahnspange bekommt?
Bei einer Wahlzahnärztin/einem Wahlzahnarzt wird die Gratis-Zahnspange nicht angeboten. Erfüllt die Zahnärztin/der Zahnarzt aber dieselben Kriterien wie eine Vertragskieferorthopädin/ein Vertragskieferorthopäde (Ausbildungsnachweise, etc.) leistet die Kasse einen Kostenersatz in Höhe von 80 Prozent des vertraglich festgelegten Tarifes.
Eine genaue Summe kann leider nicht genannt werden, da der tatsächliche Kostenersatz von den Leistungen abhängt, die die Zahnärztin/der Zahnarzt erbringt.

Kann ich während einer laufenden Behandlung den Zahnarzt wechseln?
Der Wechsel der Zahnärztin/des Zahnarztes bei laufender Behandlung ist nur mit Zustimmung des Versicherungsträgers möglich.

Wer übernimmt die Kosten, wenn die Zahnspange repariert werden muss?
Bei den Kieferorthopädinnen und -orthopäden sind grundsätzlich zwei Reparaturen kostenlos. Sollten weitere Reparaturen notwendig sein, müssen diese vom Krankenversicherungsträger bewilligt werden. Die Institute übernehmen alle Reparaturen bei der Gratis-Zahnspange.

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Alles über mögliche Wartezeiten

Was ist, wenn meine Tochter bzw. mein Sohn durch eine längere Wartezeit bei der favorisierten Zahnärztin/dem favorisierten Zahnarzt bei Behandlungsbeginn älter als 18 Jahre ist?
In diesem Fall besteht die Möglichkeit rechtzeitig eine andere Vertragszahnärztin/einen anderen Vertragszahnarzt in Anspruch zu nehmen.
Sollte das Kind trotz aller Bemühungen zwischenzeitlich 18 Jahre alt geworden sein, kann die Zahnspange leider nicht kostenlos eingesetzt werden, auch die Behandlungskosten können leider nicht übernommen werden. In diesem Fall wird geprüft, ob ein Anspruch nach der bisherigen Regelung vorliegt – also, ob ein Kostenzuschuss für eine festsitzende Zahnspange bewilligt werden kann. 

Wer informiert mich über eventuelle Wartezeiten?
Auskunft über eventuelle Wartezeiten kann nur die behandelnde Zahnärztin/der behandelnde Zahnarzt geben.

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Problemanlaufstellen

Wo kann ich mich hinwenden, wenn ich glaube, die Zahnärztin/der Zahnarzt hat die medizinische Entscheidung falsch getroffen?
Grundsätzlich sollten medizinische Fragen in erster Linie mit der/dem behandelnden Zahnärztin/Zahnarzt geklärt werden. Ist dies nicht möglich, kann man sich direkt an den zuständigen Krankenversicherungsträger wenden.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich über Zusatzleistungen, die die Krankenkasse nicht übernimmt (z.B. weiße Brackets), nicht aufgeklärt werde?
An die Zahnärztekammer. Auf Privatleistungen hat die Kasse keinen Einfluss.

Wo bekomme ich Informationen?
Bei der zuständigen Landeszahnärztekammer bzw. bei der zuständigen Krankenkasse und bei jeder Zahnärztin/jedem Zahnarzt.
Außerdem werden die Informationen auf der WGKK-Website laufend aktualisiert.

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Sonstige Fragen

Was passiert, wenn mein Kind nicht für die Gratis-Zahnspange in Frage kommt?
Wenn ein Kind eine Zahnfehlstellung der Stufen 1 bis 3 hat, gibt es die Möglichkeit, die Fehlstellung mit einer herausnehmbaren oder festsitzenden Zahnspange zu korrigieren. Egal welche Variante gewählt wird: Die Behandlung muss - wie auch schon bisher - von der jeweiligen Krankenkasse bewilligt werden.

Die herausnehmbare Zahnspange ist eine vertragliche Leistung und die Krankenkasse übernimmt bei Vorliegen der medizinischen Voraussetzungen 70% der Behandlungskosten. Konkret übernimmt die WGKK pro Jahr 627,20 Euro, ebenfalls 268,80 Euro pro Jahr sind vom Versicherten zu bezahlen (Stand 2018).

Wird die Zahnfehlstellung (Stufe 1 bis 3) mit einer festsitzenden Zahnspange korrigiert, handelt es sich um eine Privatleistung. Die WGKK leistet in diesem Fall einen Kostenzuschuss von 627,20 Euro  pro Behandlungsjahr (Stand 2018).

Mein Kind will unbedingt weiße Brackets; ist da auch diese Zahnspange kostenlos?
Bei weißen Brackets handelt es sich um kosmetische Geräte. Für kieferorthopädische Behandlungen mit diesen kosmetischen Geräten auf Wunsch des Patienten übernimmt die Kasse keine Kosten.

Bis zu welchem Zeitpunkt kann ich von der Behandlung zurücktreten (z.B. aufgrund der langen Wartezeit), ohne, dass mir Kosten entstehen?
Das hängt von dem mit dem Zahnarzt abgeschlossenen Behandlungsvertrag ab. Allerdings kann dadurch der Anspruch für eine neue Leistung verloren gehen. Jedenfalls sollten bereits vereinbarte Termine in der Ordination abgesagt werden.

Ist nur eine festsitzende Zahnspange kostenlos, oder auch eine abnehmbare?
Die kieferorthopädische Hauptbehandlung ist mit festsitzenden Geräten durchzuführen.

Was passiert, wenn die Zahnspange nach dem 18. Lebensjahr nochmals angepasst werden muss? Bleibt sie dann gratis?
Solange die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist, sind weitere Maßnahmen gratis.

Wie kann ich die Gratiszahnspange beantragen?
Das Einreichformular für die Gratiszahnspange (interzeptive Behandlung bei der Wahlzahnärztin/beim Wahlzahnarzt bzw. Wahlkieferorthopädin/Wahlkieferorthopäde, Hauptbehandlung bei der Wahlkieferorthopädin/ beim Wahlkieferorthopäden), das von Ihnen und der Wahlzahnbehandlerin/dem Wahlzahnbehandler auszufüllen ist, finden Sie hier:  

linkKieferorthopädie_gem_§153a_01_2016  (238.2 KB)

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Zahnspangenversorgung im frühen Kindesalter

Wie sieht die Zahnspangenversorgung im frühen Kindesalter nach dem neuen Gesetz aus?
Im Zuge der Neuregelung der Zahnspangenversorgung wurde anhand objektiver und messbarer Kriterien definiert, wann eine Frühbehandlung (interzeptive Behandlung) sinnvoll ist weil sie Vorteile gegenüber einem Behandlungsbeginn zu einem späteren Zeitpunkt bringt. Der Kassenvertrag aller Vertragszahnärztinnen/Vertragszahnärzte und Vertragskieferorthopädinnen/Vertragskieferorthopäden beinhaltet seit 01.07.2015 die Therapie dieser frühkindlichen Fehlstellungen ohne Zuzahlung durch den Patienten. Dadurch kommt es zu einer starken Verschiebung von Frühbehandlungen vom alten Sachleistungsbereich mit 50% Patientenselbstbehalt in den neuen kostenlosen Leistungsbereich. Besteht Anspruch auf die neue Gratiszahnspange, dann ist ein Anspruch auf die "alte" Zahnspange nicht mehr gegeben. Liegt kein Anspruch auf die Gratiszahnspange vor, wird wie bisher geprüft, ob die Voraussetzung für eine Leistung nach der bisherigen Regelung besteht. Zu beachten ist, dass es Zahnfehlstellungen gibt, bei denen eine Frühbehandlung nicht sinnvoll ist.
Neben der interzeptiven Behandlung kommen als Leistungen im frühen Kindesalter auch ein kleiner kieferorthopädischer Behelf oder ein kieferchirurgischer Heilbehelf (z.: Mundvorhofplatte, Platzhalter, etc.) in Frage.

Welche Arten der Korrekturen/Behandlungen gibt es im frühen Kindesalter - und zu welchen Konditionen?
Im frühen Kindesalter sind bei Behandlungsbedarf sowohl abnehmbare als auch festsitzende Zahnspangen unabhängig von der Behandlungsdauer durch die Gratiszahnspange abgedeckt.
Können kieferorthopädische Fehlstellungen oder andere Fehlstellungen durch kleine kieferorthopädische Behelfe kurzfristig behoben werden, leistet die Kasse einen fixen Kostenzuschuss für diesen kleinen kieferorthopädischen Behelf in Höhe von EUR 49,05 inkl. Anpassung und Nachkontrolle, sofern nicht innerhalb eines Jahres nach Ende des Einsatzes dieses Behelfs mit der kieferorthopädischen Behandlung begonnen wird.
Ist eine Mundvorhofplatte, ein Platzhalter, eine Kinnkappe oder eine schiefe Ebene erforderlich, können diese Behelfe als kieferchirurgische Heilbehelfe durch die Kasse geleistet werden.

Gibt es im frühen Kindesalter Anspruch auf eine herausnehmbare Zahnspange? Wann und zu welchen Bedingungen?
Im frühen Kindesalter gelten im Rahmen der interzeptiven Behandlung für herausnehmbare Zahnspangen und festsitzende Zahnspangen die gleichen Voraussetzungen. Bei Vorliegen eines Frühbehandlungsbedarfs erhält der Patient die gesamte Frühbehandlung kostenlos. Welche Zahnspange im Einzelfall besser ist ergibt sich aus der Art der Zahnfehlstellung.
Diese Leistung ist in der Regel vor Vollendung des 10. Lebensjahres zu beginnen. Die interzeptive Behandlung ist nur bei Vorliegen einer schweren Zahnfehlstellung (IOTN 4 und 5) und einer weiteren Indikation Kassenleistung.

Mein Zahnarzt ist sich nicht sicher, ob ich in die Gratiszahnspange falle. Was kann ich tun?
Vereinbaren sie einen Termin beim Vertragskieferorthopäden.

Mein Zahnarzt sagt, dass die Frühbehandlung (interzeptive Behandlung) nur ein Jahr dauert und nur ein Gerät beinhaltet und bietet mir daher eine mehrjährige abnehmbare Behandlung mit Selbstbehalt an. Wie soll ich mich entscheiden?
Die Frühbehandlung ist nicht auf ein Jahr begrenzt und beinhaltet alle erforderlichen Geräte. Die Behandlung beim Zahnarzt bedarf einer vorherigen Bewilligung. Reichen sie den Antrag unbedingt vor Behandlungsbeginn ein und warten sie die Mitteilung der Kasse ab. Die Kasse informiert sie über ihre Ansprüche. Wird dies nicht gemacht, könnten sie mit unerwartet hohen Patientenselbstbehalten konfrontiert werden.

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Serviceline

Weitere Informationen erhalten Sie

  • Mo.-Do. 08.00 - 16.00 Uhr und Fr. 08.00 - 14.30 Uhr unter der Telefonnummer:
    +43 1 601 22-2424
  • über die E-Mail-Adresse:
    linkzahnspange@wgkk.at