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Telefonische Gesundheitsberatung 1450 in Wien als neuer Wegweiser etabliert

Rund 31.500 Anrufe im ersten Jahr


09.04.2018 - Vor einem Jahr startete die Pilotphase zur neuen telefonischen Gesundheitsberatung 1450 in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Vorarlberg. Unter der Telefonnummer 1450 wird AnruferInnen aus den Pilotbundesländern rund um die Uhr, sieben Tage die Woche Auskunft und Hilfe bei gesundheitlichen Problemen und Anliegen gegeben. Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse Ingrid Reischl und Volker Schörghofer, stv. Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ziehen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz für Wien eine positive Bilanz.

1450 - Wenn's weh tut „Mit Einführung der telefonischen Gesundheitsberatung hat Wien einen innovativen und neuen Weg eingeschlagen. Im Sinne des ,best point of service' wurde die Gesundheitsberatung als neuer Wegweiser etabliert, der rasch, niederschwellig und unkompliziert durch das Wiener Gesundheitssystem führt und den PatientInnen Sicherheit und Orientierung gibt. Dank der guten Zusammenarbeit und Kooperation zwischen dem Fonds Soziales Wien und der WGKK, der Wiener Berufsrettung, dem Ärztefunkdienst und dem Krankenanstaltenverbund können wir auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken“, hält Frauenberger fest.

Die telefonische Gesundheitsberatung 1450 hat sich als Gesundheitswegweiser in unserem System bewährt", unterstreicht Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK). „Besonders gut haben die PatientInnen 1450 in der heurigen Grippesaison angenommen. Im Jänner und Februar wurde das Beratungsangebot um rund ein Drittel häufiger in Anspruch genommen als in den Monaten davor“, so Reischl. Und weiter: „Das speziell geschulte Personal hat die AnruferInnen anhand ihrer Beschwerden und mit Hilfe eines Expertensystems zum richtigen Behandlungsort weiter geleitet. Insgesamt konnten wir so den Betroffenen helfen, Zeit und Wege zu sparen und gleichzeitig unser Gesundheitssystem entlasten", betont die WGKK-Obfrau und weist darauf hin, dass das Projekt in seiner Pilotphase erfolgreich angelaufen ist, was auch erste Vergleiche mit anderen Ländern wie der Schweiz oder Schweden zeigen.

Das qualitätsgesicherte und protokollgestützte Abfragesystem, das hinter der telefonischen Gesundheitsberatung steht und als sogenannter "Fragebaum" durch das Auskunftsgespräch führt, wurde vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger nach einer internationalen öffentlichen Ausschreibung erworben. Ein Jahr nach dem Start hat das internationale Expertensystem, das von einem Team von Ärztinnen und Ärzten sowie anderen Fachkräften speziell für Österreich "austrifiziert" wurde, seine Feuerprobe erfolgreich bestanden und kann nach einer entsprechenden Evaluierung in den drei Pilotbundesländern, dann ab 2019 in ganz Österreich ausgerollt werden", so der stv. Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Volker Schörghofer.

Insgesamt gab es rund 31.500 AnruferInnen. Ob Notfall, Beratung bei gesundheitlichen Beschwerden oder Auskünfte über die nächstgelegene Apotheke – 1450 gibt Rat und fachkundige Beratung. In rund 14.500 Fällen fand eine tiefgehende Gesundheitsberatung statt, die häufigsten Gründe der AnruferInnen waren abdominale Schmerzen, Insektenbisswunden, Erbrechen, Rückenschmerzen und Diarrhoe. Bei etwa 1.500 Fällen wurden die AnruferInnen direkt an die Wiener Berufsrettung weiterverbunden, bei rund 1.400 AnruferInnen wurde an den Ärztefunkdienst verwiesen. Bei rund 1.000 Fällen konnten Selbstversorgungshinweise gegeben werden. Zwei Drittel der AnruferInnen wurden an ÄrztInnen im niedergelassenen Bereich verwiesen. 18 Prozent der AnruferInnen mit Beschwerden gaben an, dass sie ohne dieses Service in eine Spitalsambulanz gefahren wären oder hätten eine Rettung gerufen. Die meisten Anrufe verzeichnete die Gesundheitsberatung Samstags; durchschnittlich dauern Gespräche acht Minuten.

Seit April 2017 läuft die Gesundheitsberatung 1450 in der Pilotphase. Um ein möglichst breites Bild darüber zu bekommen, wie der Service angenommen wird, wurden drei Bundesländer mit unterschiedlichen Strukturen für die erste Phase ausgewählt: Wien als Ballungsraum mit starker Infrastruktur, Niederösterreich als großflächiges, vielfältiges Bundesland und Vorarlberg mit seinen alpinen, dezentralen Strukturen. Pro Pilot-Bundesland gibt es einen Partner, der die professionelle Umsetzung des Gesundheitsservices gewährleistet. In Wien ist das der Fonds Soziales Wien.

Speziell geschultes diplomiertes Krankenpflegepersonal lotst die AnruferInnen durch ein von ExpertInnen entwickeltes medizinisch-wissenschaftliches und international bewährtes Abfragesystem, schätzt die Dringlichkeit des Anliegens ein und gibt dann Verhaltensempfehlungen ab. Dabei wird auch der Wohnort des Anrufers/der Anruferin berücksichtigt und mit Informationen über ÄrztInnen in der Nähe und Öffnungszeiten verknüpft. Damit bietet der Dienst nicht nur schnelle Hilfe bei akuten Symptomen, sondern auch eine Orientierung im Gesundheitswesen.

Die Gesundheitsnummer wurde nach dem Vorbild von Ländern mit Beratungsmaßnahmen wie in Großbritannien, Dänemark, Schweden, den Niederlanden und der Schweiz konzipiert. Das gemeinsame Projekt des Gesundheitsministeriums, des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger und der drei Pilotprojektbundesländer setzt damit internationale Standards in Österreich.

Medienkontakt:

Norbert Schnurrer
Mediensprecher
Stadträtin Sandra Frauenberger
Tel.: 01 4000 81233
linknorbert.schnurrer@wien.gv.at

Evelyn Holley-Spieß
Öffentlichkeitsarbeiterin
Wiener Gebietskrankenkasse
Tel. 01 60122 2254
linkevelyn.holley-spiess@wgkk.at

Dieter Holzweber
Öffentlichkeitsarbeiter
Hauptverband der österreichischen SV
Tel.: 01 71132 1122
linkdieter.holzweber@sozialversicherung.at