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Quallen und Seeigel: Unangenehme Begegnungen im Meer

Quallen und Seeigel können  bei direktem Kontakt unangenehme Verletzungen verursachen. Was also tun, um diese zu verhindern?

Fuß über Seeigel am Steinstrand Bildquelle: plprod/shutterstock.com

Urlaub am Meer – für viele gibt es nicht Schöneres als im blauen Meer zu Tauchen und zu Schwimmen. Dabei gibt es mit Brille und Schnorchel auch viel zu sehen: Fische, Seesterne, Seepferdchen, Krebse und Muscheln. Weniger beliebt sind Quallen und Seeigel – können sie doch beim direkten Kontakt unangenehme Verletzungen verursachen. Was also tun, um diese zu verhindern? Und wie können Nesselverletzungen durch Quallen und Verletzungen durch Seeigelstachel behandelt werden?  Antworten darauf hat OÄ Dr.in Elisabeth Bukovics-Kilga. Sie arbeitet hauptberuflich an der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im Hanusch-Krankenhaus ist aber auch Tauchärztin.

Seeigel: An Felsküsten aufpassen!

Wer vor allem an felsigen Küsten Badeurlaub macht, muss mit Seeigeln rechnen, denn sie sind manchmal gut unter Pflanzen und Algen getarnt. Mit Badeschuhen ist man relativ gut geschützt, trotzdem sollte man genau schauen, wohin man steigt.

Seeigel haben Giftdepots an den Spitzen der Stachel oder kleine Greifzangen, die Proteingift in die Wunde drücken. Die Stacheln brechen bei Kontakt oft ab. Bitte die Wunde gründlich reinigen und den Stachel wenn möglich vollständig entfernen. Die betroffene Stelle dann fünf Minuten in heißes Wasser eintauchen – das hilft, weil das Gift hitzeempfindlich ist. Anschließend sechs Stunden in Essig baden – bzw. Umschläge machen. Falls der Stachel nicht ganz zu entfernen geht, hilft auch Zitronensäure, das Kalkskelett des Stachels aufzulösen. Zur Schmerzlinderung können gängige Schmerzmittel wie Paracetamol, Mexalen, Diclofenac oder Mefenaminsäure usw. eingenommen werden. Bitte suchen Sie wenn möglich eine Ärztin bzw. einen Arzt auf, da sich die Einstichstelle leicht entzündet und eine Antibiotikaeinnahme oft notwendig ist. Bitte auch den Tetanusimpfschutz kontrollieren!  

Quallen: Erst schauen, dann bewegen!

Um Nesselverletzungen durch Quallen zu vermeiden, kann man uneingeschränkt raten: Erst schauen, dann bewegen! Besonders sollte man während des Tauchens und Schnorchelns auch immer ins freie Wasser blicken und nicht nur Richtung Meeresboden. Quallen haben an ihren Tentakeln viele tausende Nesselkapseln. Kommt man mit diesen in Berührung, platzen diese auf und ein Giftpfeil wird mit hoher Geschwindigkeit (fünfmillionenfache Erdbeschleunigung!) abgefeuert. Dadurch gelangt das Nesselgift in die Haut und eventuell auch in das Blutsystem. In den meisten Fällen kommt es zu schmerzhaften Rötungen und Quaddeln. Sind größere Hautareale betroffen, kann es bei manchen Quallenarten auch zu gefährlichen Reaktionen des ganzen Körpers kommen - von Übelkeit über Muskelkrämpfe bis zu Herzproblemen. Hören Sie daher auf Tipps der lokalen Bevölkerung und anderer Urlauber und vermeiden Sie Gewässer, wo vermehrt Quallen vorkommen.

Von den rund 10.000 Quallenarten sind etwa 100 für den Menschen wirklich gefährlich und lebensbedrohlich. Diese kommen vor allem in Australien und im Indischen Ozean vor. Dort sollten Sie besonders vorsichtig sein und sich über die empfohlenen Erste Hilfe Maßnahmen informieren.

Rund um Europa gilt folgendes: Wenn man mit Quallen in Berührung kommt, sollte man möglichst schnell aus dem Wasser gehen. Sind noch Tentakel vorhanden, diese, wenn möglich mit Handschuhen entfernen. Falls keine Handschuhe vorhanden sind, Hände danach gut mit Meerwasser waschen! Die betroffene Stelle mit Essiglösung oder Salmiaklösung spülen, Rasierschaum oder Salzwasser gehen auch. Auf keinen Fall Süßwasser oder Alkohol zum Spülen verwenden – diese aktivieren die Nesselzellen! An den betroffenen Stellen darf auch auf keinen Fall gekratzt werden! Bei starkem Juckreiz helfen Antiallergika. Gegen Schmerzen kann z.B. Paracetamol, Mexalen, Diclofenac oder Mefenaminsäure genommen werden.  Auch nach Verletzungen durch Quallen sollte der Tetanusschutz kontrolliert werden. Wenn nötig, kontaktieren Sie bitte eine Ärztin oder einen Arzt.