DRUCKEN

Wien bekommt Autismus-Kompetenzzentrum im Sonnwendviertel

Neue Einrichtung bietet ab April 2020 Diagnose und Therapie auf e-card.


Im kommenden Frühjahr wird das erste „Autismus-Therapie- und Kompetenzzentrum“ in Wien eröffnet. Die Einrichtung im Sonnwendviertel, nahe dem Hauptbahnhof, steht jungen Menschen bis 14 Jahren offen und bietet Diagnose und Therapie auf e-card. Mit dem Aufbau und Betrieb haben Stadt Wien und Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) die VKKJ gemeinnützige GmbH, 100prozentige Tochter der gemeinnützigen Vereinigung „Verantwortung für besondere Kinder und Jugendliche“ (VKKJ) beauftragt. Die Finanzierung tragen je zur Hälfte WGKK und Fonds Soziales Wien (FSW).

„Im entstehenden Autismus-Kompetenzzentrum bekommen Kinder bis 14 Jahre eine wichtige und notwendige Unterstützung, um sie für ihre Zukunft bestmöglich zu rüsten“, betont Sozialstadtrat Peter Hacker. „Das neue Kompetenzzentrum bietet für die jungen Kundinnen und Kunden ein umfassendes Betreuungs- und Unterstützungsprogramm. Ein weiteres Puzzlestück in der Versorgung von Kindern in Wien.“

Das Autismus-Kompetenzzentrum wird an das Ambulatorium Sonnwendviertel der VKKJ in Wien-Favoriten angegliedert. Diese Einrichtung besteht seit 2002 in der Fernkorngasse und übersiedelt demnächst in die neuen, größeren Räumlichkeiten in der Maria-Lassnig-Straße 2. Im selben Gebäude findet auch das Autismus-Kompetenzzentrum Platz. Dort können jährlich bis zu 42 Kinder intensiv behandelt und gefördert werden.

Bildquelle: VKKJ


WGKK-Obmann Alois Bachmeier betont: „Mit dem neuen Therapiezentrum bauen wir die medizinische Versorgung der Wiener Kinder und Jugendlichen weiter aus. Besonders freut es mich, dass der Zugang zur Behandlung einfach und unkompliziert ist. Die Kinder brauchen lediglich die Überweisung einer Kinderärztin oder eines Kinderarztes, um Leistungen im Autismus-Kompetenzzentrum in Anspruch nehmen zu können.“ Bachmeier unterstreicht weiters: „Für die Kinder und ihre Eltern fallen keine Kosten an. Alle Behandlungen im Autismus-Therapie- und Kompetenzzentrum werden über die e-card abgerechnet.“

„Es freut mich sehr, dass eine gemeinsame Finanzierung von FSW und WGKK zu Stande gekommen ist und wir damit einen wichtigen Teil für die Förderung der jüngsten Wienerinnen und Wiener beitragen können“, sagt Anita Bauer, Geschäftsführerin des Fonds Soziales Wien. Der FSW hat zusätzlich die Einrichtungskosten für das Kompetenzzentrum übernommen.

Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) weisen unterschiedlich ausgeprägte Beeinträchtigungen vor allem in der sozialen Interaktion, in der Kommunikation und in der Wahrnehmungsverarbeitung auf. Zur Behandlung werden Autismus-spezifische Förderprogramme eingesetzt und mit therapeutischen Maßnahmen wie Ergo- oder Musiktherapie sowie Logopädie kombiniert. Da eine Früherkennung und möglichst rasche Behandlung besonders gut unterstützen kann, wird der Schwerpunkt der Angebote im neuen Autismus-Kompetenzzentrum für Kinder bis zum Vorschulalter liegen.

Betreut werden die jungen Menschen von einem multiprofessionellen Team aus verschiedensten Fachrichtungen. Besonders wichtig für den Behandlungsfortschritt ist die Einbeziehung der Eltern sowie die Zusammenarbeit mit Kindergarten, Schule und sozialen Institutionen. Auch dies ist wesentlicher Bestandteil des integrierten Versorgungsmodells im neuen Wiener Kompetenzzentrum. Die Vernetzung und Zusammenarbeit mit bestehenden, fachspezifischen Institutionen und Einrichtungen in Wien leistet einen weiteren Beitrag zu einer qualitativ hochwertigen Betreuung.

„Diagnose und Behandlung von ASS und sozialen Kommunikationsstörungen werden in unseren Ambulatorien seit Jahren verstärkt nachgefragt. Mit dem neuen Autismus-Kompetenzzentrum können wir diesem Bedarf Rechnung tragen und zugleich Synergien mit dem medizinisch-therapeutischen Angebot in unserem neuen Ambulatorium im Sonnwendviertel nutzen“, so Mag. Andreas Steuer, Geschäftsführer VKKJ.

Über die VKKJ

Die „VKKJ - Verantwortung und Kompetenz für besondere Kinder und Jugendliche“ wurde 1975 als privater Verein von betroffenen Eltern gegründet. Nach Eröffnung des ersten Ambulatoriums in der Märzstraße im 15. Wiener Gemeindebezirk (seit 2009 „Ambulatorium Wiental“ in der Graumanngasse) verzeichnete die gemeinnützige Vereinigung ein stetiges Wachstum. Heute bietet sie in fünf Ambulatorien in Niederösterreich und vier Ambulatorien in Wien Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsverzögerungen, Entwicklungsgefährdungen und Behinderungen die Möglichkeit zur medizinisch-therapeutischen Behandlung auf e-card. Weiters betreibt die VKKJ in Wiener Neustadt das Tageszentrum Kreativ für Menschen mit Behinderungen, in dem die Klientinnen und Klienten tagsüber von FachsozialbetreuerInnen für Behindertenarbeit gefördert und betreut werden.

linkwww.vkkj.at

Medienkontakt