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Schmerzende Gelenke: Arthrose oder Arthritis?

Früherkennung ist wichtig, da eine unbehandelte rheumatoide Arthritis über die Jahre die Gelenke zerstört.

Zwei Hände / Bildquelle: Madrolly/shutterstock.com

Wenn ein oder mehrere Gelenke schmerzen, verleidet einem das schnell die Freude am Leben. Bewegung oder gar Sport machen keinen Spaß mehr. Sind die Fingergelenke betroffen, fallen auch viele Alltagstätigkeiten schwer. Primarius Univ.-Doz. Jochen Zwerina, Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung des Hanusch-Krankenhauses und Leiter des Fachbereichs Rheumatologie im WGKK-Gesundheitsverbund erklärt: „Die häufigste Ursache von anhaltenden Gelenksschmerzen – etwa im Knie, in der Hüfte, in der Schulter oder in den Fingern – sind altersbedingte Gelenksabnützungen. Diese werden Arthrosen genannt. Davon muss die Arthritis unterschieden werden. Dabei handelt es sich um eine Gelenksentzündung, die eines oder mehrere Gelenke betreffen kann“. Schmerzen in mehreren Gelenken, die nur kurz auftreten, werden häufig durch virale Infekte verursacht. Hier helfen meist schmerzstillende Medikamente. Primarius Zwerina rät: „Wer länger als sechs Wochen unter Gelenksschmerzen leidet, sollte ärztliche Hilfe suchen, um die Ursache dafür zu finden“.

Arthrosen fallen am Beginn vor allem durch sogenannte Anlaufschmerzen auf: Das Gelenk schmerzt vor allem am Beginn der Bewegung, nach längerem Gehen lässt der Schmerz im Knie oder in der Hüfte wieder nach. Ist die Arthrose weiter fortgeschritten, kann das Gelenk auch in Ruhe schmerzen und anschwellen. An den Fingern bilden sich oft schmerzende und störende Veränderungen. Wenn Physiotherapie und Medikamente nicht mehr helfen, können vor allem Knie- und Hüftgelenk durch eine Endoprothese ersetzt werden. Oft ist nachher wieder eine schmerzfreie Bewegung möglich.

Eine Arthritis ist durch Schmerzen, Morgensteifigkeit und Schwellungen gekennzeichnet. Ist nur ein Gelenk betroffen, kann eine Infektion oder auch eine Gicht dahinterstecken. Wenn mehrere Gelenke gleichzeitig befallen sind, spricht man von einer Polyarthritis. Die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Gelenksinnenhaut angreift und es dadurch zu Entzündungen kommt. Bei folgenden Symptomen könnte es sich um eine rheumatoide Arthritis handeln und Betroffene sollten sich zunächst an die Hausärztin bzw. den Hausarzt wenden.

Frühzeichen einer rheumatoiden Arthritis:

  • Die Morgensteifigkeit der Gelenke hält länger als 30 Minuten an.
  • Schmerzen dauern länger als sechs Wochen.
  • Teigig-weiche Schwellungen der Gelenke
  • Mehrere Gelenke sind auf beiden Körperseiten betroffen, v.a. kleine Gelenk (Finger- und Zehengelenke, Handgelenke).
  • Häufig fühlen sich die PatientInnen auch müde und abgeschlagen.

 

Mit einem ausführlichen Gespräch zur Krankengeschichte, der Untersuchung der betroffenen Gelenke, Laboruntersuchungen, einem Röntgen und eventuell einem Ultraschall kann die Diagnose gestellt werden. Es gibt allerdings neben der rheumatoiden Arthritis noch viele andere rheumatische Erkrankungen. Die Therapie einer rheumatoiden Arthritis erfolgt häufig durch ein Rheumazentrum. Behandelt wird die rheumatoide Arthritis mit entzündungshemmenden Substanzen und so genannten krankheitsmodifizierenden Medikamenten, die das überschießende Immunsystem bremsen. „Manchmal dauert es etwas, bis die richtige Medikation gefunden wird. Dann kann aber in den meisten Fällen die Krankheit gut kontrolliert werden“, informiert Primarius Zwerina. Wichtig ist es, trotz der Erkrankung in Bewegung zu bleiben, dabei helfen Physiotherapie und Ergotherapie. Wenn eine rheumatoide Arthritis nicht behandelt wird, kommt es über die Jahre zur Zerstörung der Gelenke. Daher ist die Früherkennung wichtig. Wichtig ist zu wissen, dass die rheumatoide Arthritis nicht nur ältere Menschen betrifft, sondern sogar schon Kinder und Jugendliche daran erkranken können.

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