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Beim Sex wird manchmal nicht nur Liebe ausgetauscht

Ein Überblick über häufige Geschlechtskrankheiten - und wie sie behandelt werden.

Bunte, verpackte Kondome / Bildquelle: Purple-Anvil/shutterstock.com

Wenn zwei Menschen miteinander Sex haben, kommen sie sich sehr, sehr nahe. Eine schöne Sache, die sogar gesund und gut für das Immunsystem ist, aber nur solange dabei keine Krankheitserreger die Seite wechseln. Dann spricht die Medizin nämlich von sexuell übertragbaren Erkrankungen und die können auch durchaus schwerwiegende Folgen haben. Der wohl prominenteste beim Sex übertragbare Erreger ist das HI-Virus, das zunächst zu einer HIV-Infektion und unbehandelt zu AIDS führen kann. Weitere Viruserkrankungen, die auch beim Sex übertragen werden können, sind Hepatitis B und sehr selten Hepatitis C, die eine Leberentzündung auslösen können, und Herpes genitalis, das zu „Fieberblasen“ im Genitalbereich führen kann. Eine besondere Rolle spielen die verschiedenen Typen von Humanen Papilloma Viren (HPV), die entweder an der Haut oder an den Schleimhäuten zu finden sind. Diese können je nach HPV-Typ zu harmlosen Hautwarzen, genitalen Warzen oder verschiedenen Krebserkrankungen z.B. Gebärmutterhalskrebs führen. Aber auch Krebserkrankungen an den Mundschleimhäuten, dem Rachen, Kehlkopf, After, Scheide und Penis stehen in Zusammenhang mit HP-Viren. Gegen Hepatitis B und HPV stehen Impfungen zur Verfügung.

Noch nicht ausgestorben: Syphilis, Gonorrhoe und Co

Dazu kommen die klassischen Geschlechtskrankheiten, die viele – mit der Einführung von Antibiotika - als schon längst besiegt betrachten. Nur das stimmt leider nicht, im Gegenteil, manche dieser Krankheiten nehmen auch in Europa wieder zu. Dazu gehören die Gonorrhoe auch Tripper genannt, die Syphilis, umgangssprachlich als harter Schanker bekannt und das Ulcus molle, auch als weicher Schanker bezeichnet. Aber auch „Parasiten“ (z.B. Trichomonaden) und Pilze (z.B. Candida albicans) werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Welche Symptome treten auf?

Viele Infizierte merken oft nicht oder erst spät, dass sie sich mit einer Geschlechtskrankheit angesteckt haben, da Symptome oft unspezifisch oder gar nicht auftreten. Erste Symptome bei Männern können sein: Ausfluss aus dem Penis, Schwellungen, geschwollene Lymphknoten in der Leiste, Brennen beim Wasserlassen, Pusteln und Geschwüre im Genitalbereich. Bei Frauen treten v.a. Juckreiz und brennende Schmerzen in der Vagina und in der Harnröhre, Ausfluss, Blutungen, Pusteln und Geschwüre sowie geschwollene Lymphknoten und Probleme beim Geschlechtsverkehr auf. Auch allgemeine Krankheitszeichen, wie bei einem grippalen Infekt können bei beiden Geschlechtern Hinweise auf eine Infektion mit einem beim Sex übertragenen Erreger sein. Vor allem wer ungeschützten Sex hatte, sollte ärztliche Hilfe suchen und darauf hinweisen. Als AnsprechpartnerInnen bei Verdacht auf eine sexuell übertragbare Erkrankung stehen AllgemeinmedizinerInnen, FachärztInnen für Haut- und Geschlechtskrankheiten, GynäkologInnen und UrologInnen zur Verfügung.

Behandlung und Schutz

Viele Geschlechtskrankheiten lassen sich mit Antibiotika gut behandeln, wobei zunehmende Antibiotika-Resistenzen der Erreger ein Problem darstellen. Bei Viruserkrankungen können Virustatika zum Einsatz kommen, Pilzinfektionen werden häufig mit Cremen und Zäpfchen behandelt.

Bleibt die Behandlung aus, können u.a. Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten, Frühgeburten, Eileiterschwangerschaften und chronische Schmerzen aber auch Schäden an verschiedenen Organen abseits der Genitalien sowie neurologische Probleme die Folge sein. Viele Infektionen können auch auf das ungeborene Kind übertragen werden.

Kondome schützen vor vielen der erwähnten Erkrankungen, einen vollständigen Schutz vor Geschlechtskrankheiten stellen sie aber nicht dar.