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Alkohol – Giftige Lebensfreude

Alkoholkonsum verbinden viele Menschen mit Entspannung und Genuss, andere sehen darin in erster Linie die Suchtgefahr. Doch was ist Alkohol eigentlich und was bewirkt er im menschlichen Körper? Und wie schaut ein risikoarmer Alkoholkonsum aus?

Frau schläft bei Tisch mit Alkoholglas in der Hand / Bildquelle: Kamira/shutterstock.com

Was ist Alkohol?

Alkohol ist zunächst eine einfache, chemische Substanz namens Ethanol. Dabei handelt es sich um eine flüssige, klare, leicht entzündliche Flüssigkeit, die für den Menschen giftig ist. Alkohol wird durch die Vergärung von Früchten oder Getreide erzeugt. Alkoholische Getränke enthalten unterschiedliche Mengen an reinem Alkohol. Während Bier zwischen 3,7 und 6 % Vol. Alkohol enthält, sind es beim Wein schon um 13 % Vol. Am meisten Alkohol enthalten Schnäpse mit rund 40 % Vol.

Wieviel Alkohol ist noch unbedenklich?

Als risikoarmer Alkoholkonsum wird ein der jeweiligen Situation angepasster Alkoholkonsum angesehen. Für Männer liegt die gesundheitlich tolerierbare Grenze bei durchschnittlich 24 Gramm reinem Alkohol pro Tag, das sind 0,6 Liter Bier bzw. 0,3 Liter Wein. Frauen sollten nicht mehr als durchschnittlich 16 Gramm reinen Alkohol am Tag konsumieren, das entspricht 0,4 Liter Bier oder 0,2 Liter Wein.

Von problematischem Alkoholkonsum spricht man bei gelegentlichen Rauschtrinken oder dem Trinken in unangebrachten Situationen, wodurch Risikosituationen – auch für Dritte - entstehen. Bereits als gesundheitsschädlich gilt ein täglicher Konsum von 60 Gramm Alkohol (1,5 Liter Bier bzw. 0,75 Liter Wein) für Männer und 40 Gramm Alkohol (1 Liter Bier bzw. 0,5 Liter Wein) für Frauen. Wem es schwer fällt, zumindest zwei Tage in der Woche keinen Alkohol zu trinken, sollte seinen Alkoholkonsum überdenken.

Was ist Alkoholabhängigkeit?

Der Übergang vom problematischen Alkoholkonsum zur Alkoholabhängigkeit ist fließend. Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, entscheidend für die Diagnose ist dabei nicht allein die Menge des Alkoholkonsums.

Wenn drei der folgenden Punkte auf Sie im vergangenen Jahr zutreffen, liegt laut Weltgesundheitsorganisation WHO eine Alkoholabhängigkeit vor:

  • Sie haben den starken Wunsch, Alkohol zu trinken.
  • Sie haben Schwierigkeiten, Ihren Alkoholkonsum zu kontrollieren.
  • Sie trinken weiter, obwohl Sie bereits schädliche Folgen spüren.
  • Sie vernachlässigen andere Aktivitäten und Verpflichtungen, um zu trinken.
  • Sie entwickeln eine Toleranz, d.H. Sie müssen mehr trinken, um denselben Effekt zu haben.
  • Sie haben körperliche Entzugssymptome, wenn Sie nicht trinken.

Wie wirkt sich Alkohol auf den Körper aus?

Unter Alkoholeinfluss steigt zunächst die Stimmung, gleichzeitig nimmt die Risikobereitschaft zu und es kommt häufig zur Selbstüberschätzung.

Je nach Menge des aufgenommenen Alkohols kommt es dann u.a. zu undeutlicher Sprache, Verhaltensauffälligkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Koordinationsschwierigkeiten, verlängerter Reaktionszeit, Gleichgewichtsproblemen, niedrigen Blutdruck, erhöhten Herzschlag, Gedächtnisverlust und schließlich Bewusstlosigkeit bis zum Koma und Tod.

Auch schon der problematische Alkoholkonsum über längere Zeit birgt gesundheitliche Gefahren mit sich. Es erhöht sich das Risiko für:

  • Bluthochdruck und Herzerkrankungen
  • Erkrankungen der Leber
  • Erkrankungen des Verdauungssystems (z.B. Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre, der Magenschleimhaut)
  • neurologische Erkrankungen
  • chronische Infektionen
  • Krebserkrankungen (v.a. Mund, Rachen, Speiseröhre, Leber und Brust)
  • Schlafstörungen
  • Bluterkrankungen
  • Depressionen, Angsterkrankungen, Suizidalität
  • weitere Suchterkrankungen wie z.B. Drogenabhängigkeit
  • Elektrolytstörungen
  • Verletzungen
  • Störungen des beruflichen und sozialen Lebens

Kein Alkohol für Kinder, Jugendliche und Schwangere!

Besonders sensibel reagieren Kinder und Jugendliche auf die Wirkung von Alkohol. Alkohol wirkt sich negativ auf die noch nicht abgeschlossene Entwicklung des Gehirns aus. Ein frühzeitiger Konsum von Alkohol in der Jugend erhöht zudem das Risiko für Alkoholprobleme im Erwachsenenalter. Darum ist der gesetzliche Jugendschutz, aber auch die Vorbildwirkung von Erwachsenen, besonders wichtig. In Wien ist Jugendlichen unter 16 Jahren verboten, alkoholische Getränke in der Öffentlichkeit oder bei öffentlichen Veranstaltungen zu erwerben, zu besitzen oder zu konsumieren.

Während der Schwangerschaft soll generell kein Alkohol getrunken werden. Alkohol kommt über die Plazenta ungehindert in den kindlichen Organismus. Schon kleine Mengen wirken sich negativ auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes aus. Das führt – je nach Zeitpunkt und Ausmaß des Alkoholkonsums – zu weitreichenden körperlichen und geistigen Entwicklungsstörungen des Kindes. Die Medizin fasst diese Behinderungen unter den Begriff Fetal Alcohol Spectrum Disorder (FASD) zusammen. Auch während der Stillzeit sollte Alkohol vermieden werden, da er in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht.

Haben Sie bei sich oder einem Angehörigen ein problematisches Konsumverhalten bemerkt?

Mit „Alkohol. Leben können.“ gibt es neue Möglichkeiten für die Betreuung – ganz auf Sie und Ihre Situation zugeschnitten. Wir suchen mit Ihnen Wege, mit der Krankheit zu leben. Unser gemeinsames Ziel ist es, dass Sie voll im Leben stehen: gesünder und zufriedener. Weitere Informationen erhalten Sie beim regionalen Kompetenzzentrum der Sucht- und Drogenkoordination Wien sowie auf der Website: www.alkohol.at

Das Konzept „Alkohol. Leben können“ ist in Kooperation zwischen der WGKK, der Sucht- und Drogenkoordination Wien und der Pensionsversicherungsanstalt entwickelt und umgesetzt worden.