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Hämophilie: Bluterkrankheit ist gut behandelbar

Wissenswertes über die angeborene Blutgerinnungsstörung.

Eine Wunde wird versorgt. / Bildquelle: Chatrawee Wiratgasem/shutterstock.com

Hämophilie, besser bekannt als Bluterkrankheit, ist eine angeborene Blutgerinnungsstörung. Normalerweise gerinnt das Blut bei Verletzungen. Fehlt aber ein bestimmtes Eiweiß („Gerinnungsfaktor“) oder ist es zu wenig vorhanden, kommt es zu Problemen bei der Gerinnselbildung. Die Hämophilie kann noch nicht geheilt werden. Bei einer entsprechenden Therapie ist die Krankheit allerdings gut kontrollierbar.

Wissenswertes über Hämophilie:

  • In den meisten Fällen ist die Krankheit erblich bedingt; betroffen sind vor allem Männer.
  • Bei milden Verlaufsformen kommt es lediglich zu verlängerten Blutungen nach Verletzungen oder Operationen. Schwere Verlaufsformen werden schon im frühen Kindesalter auffällig und umfassen auch spontane Blutungen, z.B. an Haut, Muskeln und Gelenken.
  • Hämophilie lässt sich durch Blutuntersuchungen bestimmen. Oftmals wissen die Erkrankten aber bereits aufgrund ihrer Familiengeschichte, dass sie betroffen sind.
  • Die Therapie einer Hämophilie besteht prinzipiell im Ersatz des fehlenden Gerinnungsfaktors. Bei leichten Verlaufsformen muss dieser lediglich im Falle von Verletzungen oder Operationen erfolgen. Bei schweren Verlaufsformen ist die regelmäßige Gabe des fehlenden Gerinnungsfaktors nötig, um schweren spontan Blutungen vorzubeugen. Gewisse Hämophilie-PatientInnen können auch mit einer modernen Antikörper-Therapie behandelt werden.

Gibt es Einschränkungen für Betroffene?

  • In der Regel können die sogenannten Bluter ein normales Leben führen. Es wird ihnen jedoch davon abgeraten, Sportarten oder Berufe mit hohen Verletzungs- bzw. Unfallrisiken auszuüben.
  • Kinder mit Hämophilie müssen nicht übermäßig geschont werden. Kleinere Verletzung wie Kratzer oder blaue Flecken sind meist harmlos. Damit die Eltern ein Gefühl dafür bekommen, welche Verletzungen oder Blutungen ärztlich versorgt werden müssen, sollten sie zunächst noch bei jeder Blutung eine Ärztin/einen Arzt besuchen. Außerdem sollten Betreuungseinrichtungen wie Kindergarten und Schule informiert werden.
  • Um eine möglichst unbeschwerte Kindheit und Jugend zu haben, sollten die kleinen Betroffen den Umgang mit der Krankheit so früh als möglich erlernen.