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So entgehen Sie dem Wintertief ...

Tricks für die dunkle Jahreszeit gegen Winterblues und Depression

Frau blickt in die Ferne / Bildquelle: Aleksey Boyko/shutterstock.com

Die Sonne geht spät auf und früh unter – wenn sie sich überhaupt sehen lässt. Dazu kommen Kälte, Nässe, Nebel. Der kalten Jahreszeit etwas Schönes abzugewinnen, fällt vielen Menschen schwer und sie ziehen sich in die eigenen vier Wände zurück. Das Sofa lockt dann mehr als der Spaziergang, Schokolade versüßt das Grau draußen. Ein ruhigeres Leben im Winter ist auch völlig in Ordnung, solange man sich dabei wohl fühlt und seinen Alltag gut meistert.

Wer sich aber vor der dunklen Zeit fürchtet, kann mit einigen Tricks gegensteuern. Bewegung an der frischen Luft ist auch im Winter das Heilmittel gegen schlechte Laune. Es muss ja nicht eine stundenlange Wanderung sein, es reicht schon täglich am Morgen oder zu Mittag ein Stück zu Fuß zu gehen und dabei ein bisschen Licht zu tanken. Obst und Gemüse oder ein warmes Porridge schmecken und versorgen den Körper mit Vitaminen. Hilfreich kann es auch sein, sich eine Liste mit Aktivitäten, die Freude machen, zu schreiben: z.B. Eislaufen, Konzert, Theater, Ausstellung, Kaffee und Kuchen mit einer Schulkollegin, eine Schneeschuhwanderung, der Krimi, der schon so lange im Regal steht oder ein paar Rezepte, die sie schon lange ausprobieren wollten. Allein das Schreiben der Liste aktiviert oft schon die Lebensgeister und der Winter erscheint gleich weniger grau.

Wenn der Winter krankmacht

Manche Menschen werden allerdings durch die kürzer werdenden Tage wirklich krank. Sie entwickeln am Beginn der kalten Jahreszeit eine Depression, die in der Regel im Frühling langsam wieder abklingt. Dr. Bernd Moritsch, Psychiater im WGKK-Gesundheitszentrum Wien Mariahilf informiert: „Diese saisonal abhängige Depression – kurz  SAD – oder Winterdepression zeigt sich in den typischen Anzeichen einer Depression: Niedergeschlagenheit, Interessensverlust, Freudlosigkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Schuldgefühle, auch Selbstmordgedanken können auftreten. Typisch für die Winterdepression ist zudem ein hohes Schlafbedürfnis, großer Appetit mit Heißhunger auf Kohlenhydrate (Süßes, Nudeln, Knödel, …) und damit verbundener Gewichtszunahme. Sonnenlicht verbessert die Symptomatik in der Regel.“

Erster Ansprechpartner ist die Hausärztin bzw. der Hausarzt. Dieser kann Medikamente, Lichttherapie mit speziellen Tageslichtlampen oder Psychotherapie verordnen. Empfohlen werden weiters eine gute Schlafhygiene (z.B. fixe Schlafenszeiten, kein Kaffee, schwere Mahlzeiten, Alkohol, Nikotin vor dem Schlafengehen, keine Bildschirme im Schlafzimmer), tägliche Spaziergänge und leichtes Training. Bei bekannter Neigung zur Winterdepression kann die Lichttherapie auch vorsorglich eingesetzt werden.