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Tipps für sicheren Pistenspaß

So halten Sie die Verletzungsgefahr beim Skifahren möglichst gering.

Familie in Skiausrüstung / Bildquelle: gorillaimages/shutterstock.com

Spätestens in den Weihnachtsferien stehen bei viele Familien Skitage am Programm. Primar Priv.-Doz. Dr. Johannes Holinka, Leiter der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie im Hanusch-Krankenhaus Primar Priv.-Doz. Dr. Johannes Holinka (siehe Foto), Leiter der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie im Hanusch-Krankenhaus der Wiener Gebietskrankenkasse und Sportmediziner hat Tipps, wie Sie und ihre Familie das Skifahren optimal genießen und die Verletzungsgefahr möglichst geringhalten können.

Gefragt sind beim Skifahren Technik, Kondition, Kraft, Balance und Koordination. Es geht dabei sowohl um mehr Ausdauer und Spaß am Sport als auch um ein verringertes Sturzrisiko. 

  • Trainiert werden sollte eigentlich das ganze Jahr über – etwa im Fitness-Center oder beim Workout. Viele Übungen lassen sich aber auch in den Alltag einbauen.
  • Für die Kraft in den Beinen eignet sich ein „Trockentraining“ in der Abfahrtshocke.
  • Koordination und Gleichgewicht trainiert man gut im Einbeinstand – etwa regelmäßig beim Zähneputzen oder Kochen. Seiten wechseln!
  • Rumpfstabilität und Körperspannung übt man etwa in der Liegestützstellung (eventuell auf den Ellbogen abstützen). Im Büro eignet sich dazu das Sitzen am Gymnastikball oder auf einem beweglichen Kissen mit geradem Rücken - dabei immer wieder kurz die Bauchmuskulatur anspannen.
  • Kinder lernen bei Sportarten wie Judo oder Karate schon früh das Fallen und verletzen sich damit auch bei anderen Sportarten weniger.
  • Yoga trainiert Kraft, Balance und Koordination und eignet sich daher auch gut als Vorbereitung auf das Skifahren.


Die Ausrüstung spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Stürze zu vermeiden bzw. das Verletzungsrisiko bei Stürzen zu reduzieren. 

  • Helme sind heute in Österreich für Kinder bis zum Ende des 15. Lebensjahr verpflichtend. Es wird aber allen auf der Piste dazu geraten. Aber Achtung: Durch den Helm wird die eigene Geschwindigkeit als geringer eingeschätzt als sie tatsächlich ist!
  • Die Bindung sollte jährlich professionell neu eingestellt werden.
  • Mit Rückenprotektoren ist die Wirbelsäule von Kindern gut geschützt. Es gibt auch Protektoren für Knie und Ellbogen.
  • Gute Ski- und Sonnenbrillen sorgen für Sicht und damit mehr Sicherheit.
  • Wer sich abseits gesicherter Pisten bewegt, sollte in einen Airbag und ein Lawinensuchgerät investieren. Wichtig: Der Umgang damit muss erlernt und geübt werden!


Ganz entscheidend für unfallfreies Skivergnügen ist das eigene Verhalten auf der Piste!

  • Fahren Sie vorausschauend, immer bremsbereit und nehmen Sie Rücksicht auf andere!
  • Schätzen Sie Ihr Können und das Ihrer Kinder richtig ein und überfordern Sie niemanden!
  • Richtige Fahrtechnik lernen!
  • Passen Sie Pistenauswahl und Geschwindigkeit an Ihr Können und an die aktuelle Situation (Wetter, Pistensituation, …) an.
  • Machen Sie regelmäßig und rechtzeitig Pausen!
  • Alkohol ist auf der Piste ein nicht zu unterschätzender Risikofaktor!
  • Vorsicht vor Ski-Apps mit GPS-Funktion. Diese verleiten gerade Junge zu immer höheren Geschwindigkeiten, weil sie andere übertrumpfen wollen!
  • Bleiben Sie auf gesicherten Pisten. Wenn Sie ins freie Gelände gehen, erkundigen Sie sich vorher über die aktuelle Lawinensituation!
  • Leisten Sie Erste Hilfe, wenn Sie zu einem Unfall kommen!