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Die Geschichte mit der Prostata…

Männer brauchen viel Information und Aufklärung durch ihre Ärztin bzw. Arzt, um über die für sie passende Prostata-Vorsorge entscheiden zu können.

Mann sitzt beim Arzt / Bildquelle: Image_Point_Fr/shutterstock.com

Die wenigsten jungen Männer denken an ihre Prostata. Liegt diese Drüse doch tief versteckt im kleinen Becken und trägt unbemerkt und klaglos ihren Anteil zu einem erfüllten Sexualleben bei. Mit zunehmendem Alter rückt die Prostata allerdings - wohl oder übel – ins Bewusstsein der Männer. Neigt die Prostata doch einerseits dazu, sich langsam aber stetig zu vergrößern, was zu Problemen beim Wasserlassen und nächtlichen Toilettenbesuchen führen kann. Andererseits sind Tumore in der Prostata die häufigste Krebserkrankung des Mannes. „Es erkranken aber viel mehr Männer an Prostatakrebs als daran sterben“, informiert Primar Univ.-Doz. Dr. Eugen Plas, Leiter der Urologischen Abteilung des Hanusch-Krankenhauses. Es stellt sich die Frage nach der Früherkennung von Prostatakrebs.

Wichtige Information vor dem PSA-Test

Ab dem 50. Lebensjahr können beschwerdefreie Männer auf Kassenkosten bei der Allgemeinmedizinerin bzw. dem Allgemeinmediziner sowie bei einer Fachärztin bzw. einem Facharzt für Urologie die Bestimmung des PSA-Werts (Prostata-spezifische Antigen) durchführen lassen. Bei Patienten mit bestimmten Erkrankungen, Beschwerden, auffälligem Tastbefund sowie bei Prostatakrebs in der Familie wird das PSA schon früher bestimmt werden. Beim PSA handelt es sich um einen, aus dem Blut bestimmten, Laborwert, der für die Prostata spezifisch ist. Das PSA kann erhöht sein, wenn die Prostata deutlich vergrößert, entzündlich verändert oder bösartige Zellen in der Prostata sind. Die Untersuchung wird sinnvollerweise nach Erhebung des Tastbefundes der Prostata durchgeführt. Vor der Blutabnahme wird dem Mann von der behandelnden Ärztin bzw. Arzt erklärt, was das PSA ist, und was ein eventuell erhöhter Wert bedeuten kann bzw. welche Konsequenzen ein auffälliger Wert haben kann. „Anhand dieser Informationen muss sich der Mann entscheiden, ob er die Blutabnahme durchführen lassen will oder nicht, der Urologe gewinnt durch den Blutwert wesentliche Informationen über den Zustand der Prostata“, erklärt Primar Plas.

Wieso ist das so? Der PSA-Wert erlaubt keine eindeutige Aussage, ob ein Mann einen Prostatakrebs hat oder nicht. Das PSA wird auch von gesunden Prostatazellen gebildet – Krebszellen produzieren in den meisten Fällen aber deutlich mehr PSA, der Wert steigt dadurch an. Allerdings führen auch gutartige Veränderungen der Prostata wie Infektionen oder die Vergrößerung der Drüse zu erhöhten PSA-Werten. Auch nach der Ejakulation, Verletzungen und bestimmten Untersuchungen kann der Wert erhöht sein. „Es können folglich erhöhte PSA-Werte gemessen werden, obwohl kein Prostatakrebs vorhanden ist. Ist der Wert einmalig erhöht, sollte in der Regel 4 bis 6 Wochen danach dieser Wert nochmals kontrolliert werden, bevor weitere Diagnoseschritte erforderlich sind“, so Primar Plas.

Ist der PSA-Wert dann wieder erhöht, wird der Patient zur Urologin bzw. zum Urologen überwiesen. Bei deutlich erhöhten PSA-Werten ist gleich die Urologin bzw. der Urologe gefragt. Auch wenn der PSA-Wert im Vergleich zu früheren Untersuchungen angestiegen ist, wird eine weitere Untersuchung empfohlen.

Biopsie

Häufig wird die Urologin bzw. der Urologe dem betroffenen Mann schließlich zu einer Prostata-Biopsie raten, manchmal auch zu einer vorherigen radiologischen Untersuchung. Bei der Biopsie wird die Prostata über den Mastdarm punktiert und das gewonnene Gewebe dann untersucht. Durch die Biopsie können bei weniger als einem von 10 Männern Schmerzen, Blutbeimengungen im Harn oder Infektionen auftreten. Blutbeimengungen im Ejakulat („Samenflüssigkeit“) treten nach der Biopsie immer auf und sind normal. Dies ist schmerzlos und dauert meist für zirka 6 Wochen an. Die Prostata ist ein kugeliges Organ; bei der Biopsie werden auf verschiedenen Arealen kleinste Gewebestücke entnommen, leider kann nicht jeder Tumor durch eine Biopsie entdeckt werden. Auf jeden Fall muss der Biopsiebefund mit dem behandelnden Urologen / Urologin sowie eventuell erforderliche Behandlungen besprochen werden.

Prostatakrebs 

Durch die Untersuchung der Prostata und Bestimmung des PSA-Wertes werden Krebserkrankungen der Prostata zumeist früh erkannt und die meisten Tumore sind allein auf die Prostata beschränkt, selten haben sie schon das umliegende Gewebe befallen. Prostatakrebs wächst in der Regel langsam, folglich ist keine sofortige Therapieentscheidung erforderlich. es gibt aber auch sehr schnell fortschreitende Tumoren, die rasch zu Metastasen v.a. in den Knochen führen. „Leider weiß man bei der Diagnose eines Prostatakarzinoms nicht immer, wie er sich entwickeln wird“, erklärt Primar Plas. Es gibt somit immer im Einzelfall zu besprechen, welche Therapie am sinnvollsten erscheint.

Bei älteren Männern, die eventuell auch noch andere Erkrankungen haben, wird eventuell auch zunächst auf eine Behandlung verzichten und der Tumor nur regelmäßig beobachtet. Für Männer zwischen 75-80 Jahren wird die PSA-Bestimmung nur sehr zurückhaltend empfohlen. „Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit von erhöhten Werten und auffälligen Zellen bei der Biopsie sehr groß. Eine Therapie würde sich nicht auf ihre Lebenserwartung auswirken, da ein eventuell entdeckter Tumor nur mehr langsam wächst. Bei einer Biopsie bzw. Behandlung hätten sie aber alle Nebenwirkungen zu tragen und ihre Lebensqualität würde sich unnötig verschlechtern. Auch dies gilt es, mit dem behandelnden Arzt zu besprechen, um jene Entscheidung zu treffen, die für den Betroffenen am besten erscheint“, so Primar Plas.

Bei allen Fragen rund um die Prostata wenden Sie sich daher an Ihre Hausärztin bzw. Ihrem Hausarzt oder Ihre Urologin bzw. Ihrem Urologen und besprechen Sie Ihre konkrete Situation!

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