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WGKK startet Informationskampagne zum bewussten Einsatz von Antibiotika

Umfangreiches Informationsmaterial sowie persönliche Beratung über rationalen Einsatz von Antibiotika wird Praxen für Allgemeinmedizin kostenlos zur Verfügung gestellt.


25.10.2018 - Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) startet zum Beginn der kalten Jahreszeit in den Praxen für Allgemeinmedizin eine Informationskampagne über Antibiotika. Die WGKK will damit Ärztinnen und Ärzte bei ihrer wichtigen Aufklärungsarbeit über die Notwendigkeit des sorgsamen Antibiotikaeinsatzes bei Patientinnen und Patienten unterstützen. Damit soll sowohl die Gesundheitskompetenz der Versicherten gestärkt, als auch der Bildung von Resistenzen gegen Antibiotika Einhalt geboten werden.

Im Fokus der Kampagne stehen Infekte der Atemwege, die in den meisten Fällen durch Viren ausgelöst werden. Dr.in Silke Näglein, stv. Leiterin des Medizinischen Dienstes der WGKK erklärt: „Patientinnen und Patienten sollen wissen, dass Antibiotika nicht gegen Viruserkrankungen helfen, und diese auch nicht bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt einfordern“. Der Zeitpunkt der Kampagne ist bewusst gewählt: In der Zeit von Oktober bis März werden häufiger Antibiotika eingenommen als in den anderen Monaten. Die Aktion der WGKK hat zudem einen ernsten medizinischen Hintergrund: Werden Antibiotika unnötig verwendet, fördert das die Bildung von gefährlichen Resistenzen. Nehmen Patientinnen und Patienten ohne medizinischen Grund Antibiotika ein, haben sie davon keinen Nutzen, tragen aber das Risiko von unangenehmen Nebenwirkungen wie Durchfall oder Allergien.

Informationsmaterial der WGKK zu Antibiotika / Bildquelle: WGKK Das WGKK-Infopaket für die Allgemeinpraxen enthält sowohl Patienteninformationsblätter, als auch evidenzbasierte medizinische Hintergrundinformation für die Ärztinnen und Ärzte. Die Patienteninformationsblätter erklären, wieso Antibiotika bei viral-bedingten Erkältungserkrankungen nicht notwendig sind, wie lange etwa eine Halsentzündung dauert, und wie die Symptome mit anderen Mitteln und Maßnahmen gelindert werden können. Diese Informationsblätter können Ärztinnen und Ärzten ihren Patientinnen und Patienten mitgeben. Mag.a Edith Brandner, Leiterin der Abteilung für Medizinische Behandlungsökonomie betont: „Die Entscheidung, ob eine Patientin bzw. ein Patient ein Antibiotikum zur Therapie benötigt, kann nur die Ärztin bzw. der Arzt aufgrund seiner Beurteilung treffen“.

Informationsmaterial für die Ärztinnen und Ärzte

Im Zuge der von der WGKK angebotenen persönlichen Beratung wird den Ärztinnen und Ärzten zusätzlich ein Arbeitsbehelf zur rationalen Antibiotikatherapie bei Erkrankungen wie akuter Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis, Halsentzündung, Mittelohrentzündung und Blasenentzündung angeboten. Dafür wurden von der Abteilung Medizinische Behandlungsökonomie die neuesten Studien und Leitlinien aufbereitet und Behandlungswege skizziert. Zusätzlich wurde von der Abteilung Medizinische Behandlungsökonomie ein handliches Nachschlagewerk zu Wechsel- und Nebenwirkungen von Antibiotika erstellt, welches den Ärztinnen und Ärzten ebenfalls zur Verfügung steht.

Die WGKK unterstützt mit dieser Kampagne die „Antibiotica Stewardship Initiative“ der Weltgesundheitsorganisation WHO. Diese wirbt seit Jahren intensiv weltweit für einen sorgsamen, rationalen Umgang mit den verfügbaren Antibiotika sowohl durch die Bevölkerung, als auch im Gesundheitssystem. Ziel ist, die Wirksamkeit der Antibiotika gegen potenziell lebensbedrohliche bakterielle Infektionen auch für die nächsten Generationen zu erhalten.

Bildmaterial

linkAntibiotika_Information_WGKK.zip (1.1 MB)

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