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Die Warnzeichen der Sepsis erkennen!

Für den Erfolg der Sepsis-Behandlung ist eine rasche Diagnose und Behandlung in den ersten Stunden entscheidend.

Untersuchung einer Bakterienkultur im Labor / Bildquelle: Sirirat/shutterstock.com

Kennen Sie die Warnzeichen einer beginnenden Sepsis? Während die Anzeichen von Herzinfarkt und Schlaganfall heute vielen Menschen vertraut sind, sind die Symptome einer Sepsis den meisten Menschen nicht bekannt. Primar Dr. Alexander Löckinger, Vorstand der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im Hanusch-Krankenhaus der Wiener Gebietskrankenkasse erklärt: „Bei der Sepsis ist die Früherkennung entscheidend für den weiteren Verlauf der Erkrankung“.

Erste Anzeichen einer Sepsis

Treten bei einem erwachsenen Menschen, der an einer Infektion erkrankt ist, mindestens zwei der folgenden Beschwerden auf, sollte rasch ärztliche Hilfe gesucht werden:

  • ausgeprägte Schwäche und starkes Krankheitsgefühl
  • Fieber/ Schüttelfrost
  • Bewusstseinsstörung oder Verwirrtheit
  • Atemprobleme oder schnelle Atmung
  • hoher Puls
  • niedriger Blutdruck
  • kein Harnlassen den ganzen Tag über
  • Hautverfärbungen


Achtung: Bei Säuglingen, Kindern bis 5 Jahren und Frauen bis zu 14 Tage nach der Geburt treten auch andere Sepsis-Symptome auf. Hier gilt: Bei deutlicher Verschlechterung des Gesundheitszustands soll in jedem Fall rasch ärztliche Hilfe gesucht werden.

Primar Dr. Alexander Löckinger Für den Erfolg der Sepsis-Behandlung ist eine rasche Diagnose und Behandlung in den ersten Stunden entscheidend. Primar Löckinger (siehe Foto) erklärt: „Werden die Warnzeichen rechtzeitig erkannt, kann das Frühstadium der Sepsis mit Antibiotika, Flüssigkeitszufuhr und kreislaufstützenden Maßnahmen gut behandelt werden. In fortgeschrittenem Stadium müssen die Patientinnen und Patienten auf der Intensivstation behandelt werden“.

Wie kommt es zur Sepsis?

Eine Sepsis ist immer die Folge einer Infektion durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten. Häufige Grunderkrankungen sind Wunden, Harnwegs- oder Atemwegsinfekte, Infekte der Verdauungsorgane und Gehirnhautentzündung. Bei einer Sepsis richtet sich die Abwehrreaktion des Körpers gegen die eigenen Organe und Gewebe und schädigt diese. Die durch die Infektion ausgelöste Entzündung bleibt nicht lokal begrenzt, sondern umfasst rasch den ganzen Körper. Es droht im schlimmsten Fall ein Organversagen und Schock.

Wer ist gefährdet?

Eine Sepsis kann jeden treffen. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Menschen über 60 Jahre, Säuglinge und Kleinkinder, chronisch Kranke und Menschen, denen die Milz entfernt werden musste. Primar Löckinger: „Am besten wird eine Sepsis verhindert, wenn schon die Infektion zuvor verhindert wird. Das wichtigste dabei ist, auf gute Hygiene zu achten. Der sorgfältige Umgang mit Antibiotika trägt dazu bei, dass diese wirken, wenn sie dringend gebraucht werden. Und Impfungen gegen verschiedene Erreger wie Influenza oder Pneumokokken und Meningokokken verhindern Grunderkrankungen, die zur Sepsis führen können.“