DRUCKEN

Insekten: Erste Hilfe bei Stich und Biss

Starke Schwellungen und Schmerzen, die durch Insekten verursacht werden, können mit einfachen Hausmitteln gut behandelt werden.

Wespe frisst Marmelade / Bildquelle: pixelnest/shutterstock.com

So mancher Aufenthalt im Freien wird derzeit durch einen Insektenstich getrübt. Stechen Wespe, Biene oder Hornisse zu, ist das oft sehr schmerzhaft und führt zu mehr oder weniger starken Schwellungen. Dr.in Karin Jahn-Bassler, Hautärztin im WGKK-Gesundheitszentrum Wien Süd rät: „Mit einfachen Hausmitteln, wie das rasche Entfernen des Stachels und kalten Umschlägen können diese Beschwerden aber gut behandelt werden. Sie verschwinden in der Regel nach wenigen Minuten bis Stunden“. Bei Stichen in den Hals oder in den Mund droht allerdings das Zuschwellen der Atemwege. In diesen Fällen ist rasch medizinische Hilfe nötig, das Lutschen von Eiswürfeln wird als Erste-Hilfe-Maßnahme empfohlen.

Notfall Insektengift-Allergie

Dr.in Karin Jahn-Bassler Dr.in Jahn-Bassler (siehe Foto) erinnert aber auch: „Treten nach einem Stich plötzlich Beschwerden wie Schwindel, Atemnot, starke Schwellungen vor allem im Gesicht sowie an Händen und Füßen, Übelkeit, Krämpfe, Durchfall oder Erbrechen auf oder wird die bzw. der Gestochene sogar bewusstlos, handelt es sich um einen medizinischen Notfall!“. Die Patientin bzw. der Patient reagiert in diesem Fall wahrscheinlich allergisch auf das Insektengift. Rufen Sie umgehend die Rettung unter 144 und leiten Sie allgemeine Erste-Hilfe-Maßnahmen ein, wie die Sicherung der Atemwege bei Bewusstlosigkeit!

Ist eine Insektengift-Allergie bereits bekannt, hat die Patientin bzw. der Patient in der Regel ein Notfall-Set mit einem Antihistaminikum, Kortisontabletten und einem Epinephrin-Pen bei sich. Helfen Sie ihr bzw. ihm, die Tabletten zu schlucken bzw. in schweren Fällen, den Autoinjektor möglichst rasch richtig anzuwenden! Der Autoinjektor wird mit Kraft in den Oberschenkel injiziert und kann auch durch die Kleidung gegeben werden.

Nach dem erstmaligen Auftreten einer allergischen Reaktion nach einem Insektenstich sollte auf jeden Fall eine Allergietestung bzw. Allergiebehandlung erfolgen bzw. ein Notfallset mitgeführt werden. Gerade Insektenstich-Allergikerinnen und Allergiker sollten Schutzmaßnahmen, ergreifen, um nicht gestochen zu werden. Dazu gehört etwa das Meiden vom Essen und Trinken im Freien, auf süß-riechende Kosmetika und Parfums verzichten, nicht Barfußgehen und hektische Bewegungen zum Verscheuchen der Insekten vermeiden.

Gelsen, Bremsen und Co

Gelsen, Bremsen, Ameisen und Co können auch unangenehme Bisse bzw. Stiche verursachen. In der Regel verursachen sie aber keine allergischen Reaktionen. Gegen Schwellungen und Juckreiz helfen kalte Umschläge und kühlende, juckreizstillende Gels aus der Apotheke. „Nur wenn sich Insektenstiche oder -bisse stark entzünden, sollten diese eventuell behandelt werden. Das passiert vor allem dann, wenn die Stiche und Bisse aufgekratzt werden. Also besser nicht kratzen!“, gibt Hautärztin Dr.in Jahn-Bassler noch einen wichtigen Tipp.

Auslandsreisen

Achtung: Im südlichen Ausland können Insekten gefährliche Infektionskrankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber übertragen oder Hautkrankheiten auslösen. Wenn Sie auch noch Wochen nach dem Urlaub an grippeähnlichen Symptomen leiden, teilen Sie Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt auf jeden Fall mit, dass Sie erst im Ausland waren!

Hautambulanzen im WGKK-Gesundheitsverbund

3. Bezirk

Gesundheitszentrum Wien-Mitte

10. Bezirk

Gesundheitszentrum Wien-Süd

21. Bezirk

Gesundheitszentrum Wien-Nord