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Kortison – Unverzichtbares Medikament gegen Entzündungen

Wann wird es angewendet und welche Nebenwirkungen können auftreten?

Symbolbild: Mann greift sich an schmerzenden Rücken / Bildquelle: ESB Professional/shutterstock.com

Kortison ist eigentlich ein körpereigenes Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Kortison wird aber auch schon sehr lange erfolgreich als Medikament eingesetzt. Bei vielen Patientinnen und Patienten hat Kortison einen schlechten Ruf, wird es doch mit einer Reihe von schweren Nebenwirkungen verbunden. Glukokortikoide wie die verschiedenen Kortison-Arten in der Fachsprache genannt werden, sind aber auch in der modernen Medizin unverzichtbar.

Bei vielen so genannten Autoimmunerkrankungen gilt es, das überaktive Immunsystem einzudämmen, und so die Entzündung zum Abklingen zu bringen. Dazu gehören etwa rheumatische Erkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Asthma, verschiedene Hauterkrankungen, die Lungenerkrankung COPD oder Multiple Sklerose. „Gegen diese Erkrankungen wurden in den vergangenen Jahren hochwirksame moderne Medikamente entwickelt. Trotzdem kommt in manchen Situationen auch Kortison zum Einsatz“, erklärt Oberarzt Dr. Jochen Zwerina, Rheumatologe im WGKK-Gesundheitsverbund. Auch nach Organtransplantationen, bei Krebs und bei schweren allergischen Reaktionen wird Kortison verwendet.

Lokale und systemische Therapie

Viele Kortison haltige Medikamente werden gezielt dort angewendet, wo sie wirken sollen. Dabei handelt es sich z.B. um Hautcremen, Nasen- oder Inhalationssprays oder Gelenksinjektionen. Man sprich dann von einer lokalen Therapie. Es gibt aber auch Kortison- haltige Medikamente zum Schlucken oder als Infusion. Man spricht dann von einer systemischen Kortisontherapie, weil das Medikament über das Blut im ganzen Körper verteilt wird.

Kurzfristige und langfristige Therapie

Bei Kortison muss auch zwischen einer kurzfristigen und einer langfristigen Therapie unterschieden werden. Als kurzfristiger Einsatz gilt eine Anwendung von wenigen Wochen. In dieser Zeit können leichte Beschwerden wie Magenprobleme, Schlafstörungen und ein erhöhter Appetit auftreten. „Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, sprechen Sie bitte Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt darauf an,“ rät Oberarzt Dr. Zwerina.

„Generell gilt: Kortison wird so kurz und so niedrig dosiert wie möglich eingesetzt. Bei kurzfristiger und lokaler Anwendung ist kaum mit schweren Nebenwirkungen zu rechnen. Wird Kortison über längere Zeiträume bzw. in hohen Dosen angewendet, kann das allerdings Auswirkungen auf verschiedene Organe haben“, erklärt Oberarzt Dr. Zwerina. So kann die Haut dünner werden, Augenerkrankungen wie Grauer oder Grüner Star treten häufiger auf. Des Weiteren können sich Bluthochdruck, Diabetes und Herzprobleme, sowie Osteoporose entwickeln. Das Infektionsrisiko ist erhöht. Bei Kindern kann es auch zu Wachstumsverzögerungen kommen.

Eine sorgfältige Beobachtung der Patientinnen und Patienten durch die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt ist Teil der langfristigen Kortisontherapie. Bei auftretenden Nebenwirkungen muss dann abgewogen werden, ob der Einsatz des Kortisons weiterhin auf Grund der Erkrankung notwendig ist und wie Nebenwirkungen abgeschwächt werden können.

Rheuma-Ambulanzen im WGKK-Gesundheitsverbund

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