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Ständig Kopfweh – was tun?

Wer unter regelmäßigen Kopfschmerzen leidet, braucht professionelle Hilfe.

Symbolbild:Frau greift sich an die Stirn / Bildquelle: Kamira/shutterstock.com

Kopfschmerzen hat fast jeder Mensch irgendwann in seinem Leben. Manche Menschen leiden aber regelmäßig unter Kopfschmerzen und sind dadurch in ihrem Alltag stark beeinträchtigt. „Die häufigsten Ursachen von Kopfschmerzen im Erwachsenenalter sind der so genannte Spannungskopfschmerz und die Migräne“, erklärt Dr.in Sabine Gräser-Lang, Fachärztin für Neurologie im Hanusch-Krankenhaus der Wiener Gebietskrankenkasse.

Spannungskopfschmerzen sind in der Regel dumpf-drückend auf beiden Seiten des Kopfes. Migräne ist meist stechend-pulsierend auf einer Kopfseite. Dazu kommen häufig Beschwerden wie Übelkeit bis zum Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Im Vorfeld können auch neurologische Symptome wie Gefühlsstörungen oder Sehstörungen auftreten.

Die erste Ansprechpartnerin bzw. der erste Ansprechpartner bei regelmäßigen Kopfschmerzen ist die Hausärztin bzw. der Hausarzt. In vielen Fällen kann die Behandlung schon aufgrund der Schilderungen der Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung festgelegt werden. Nur in manchen Fällen sind weiterführende Untersuchungen bei einer Fachärztin bzw. einem Facharzt für Neurologie oder bildgebende Untersuchungen nötig. Manche Patientinnen und Patienten werden auch an Orthopädinnen und Orthopäden oder an Physiotherapeutinnen oder Physiotherapeuten verwiesen, wenn die Ursache der Kopfschmerzen im Bewegungsapparat vermutet wird.

Dr.in Gräser-Lang „Wer regelmäßig Kopfschmerzen hat, sollte sich keinesfalls über längere Zeit selbst mit frei erhältlichen Schmerzmedikamenten behandeln“ warnt Dr.in Gräser-Lang (siehe Foto). Denn die ständige Einnahme von Schmerzmitteln wie z.B. Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen etwa auf den Magen, die Nieren oder die Leber führen. Zusätzlich kann die regelmäßige Einnahme von Schmerzmittel selbst zu Kopfschmerzen führen – man spricht dann von medikamenten-induzierten Kopfschmerzen. Aus diesem Teufelskreis herauszukommen, ist dann oft sehr schwierig. Ihre Ärztin bzw. ihr Arzt können ihnen besser geeignete, rezeptpflichtige Medikamente verordnen.

Bevor Medikamente zum Einsatz kommen, kann auch versucht werden, die Beschwerden mit kleinen Veränderungen im Alltag in den Griff zu bekommen. Häufig ist Stress der Auslöser von Kopfschmerzen, aber auch zu wenig Flüssigkeit oder keine Zeit für regelmäßige Mahlzeiten, zu viele koffeinhaltige Getränke oder Alkohol oder eine schlechte Schlafhygiene (zu wenig oder auch zu viel Schlaf) können daran beteiligt sein. Entspannungstechniken können bei Kopfschmerzen sehr hilfreich sein. Auch regelmäßiges Ausdauertraining (z.B. dreimal wöchentlich für 30 Minuten am Home-Trainer oder rasches Gehen) führt häufig zu einer Besserung der Beschwerden. Möglicherweise brauchen Sie aber auch eine (neue) Brille.

Neurologie-Ambulanzen des WGKK-Gesundheitsverbunds