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Geringfügig Beschäftigte

Informationsblatt 23 - Versicherungs-, beitrags- und leistungsrechtliche Konsequenzen von geringfügiger Beschäftigung


Wann gilt eine Beschäftigung als geringfügig?

Eine Beschäftigung gilt im Jahr 2019 als geringfügig, wenn das gebührende Entgelt EUR 446,81 monatlich nicht übersteigt.

Welchen Versicherungsschutz haben geringfügig Beschäftigte?

Geringfügig beschäftigte Personen sind grundsätzlich nur unfallversichert, d.h. der Versicherungsschutz erstreckt sich ausschließlich auf Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten.

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Unter der Geringfügigkeitsgrenze

A) Welche versicherungs-, beitrags- und leistungsrechtlichen Konsequenzen ergeben sich für geringfügig Beschäftigte, wenn das Entgelt aus einer oder mehreren geringfügigen Beschäftigungen im Kalendermonat höchstens EUR 446,81 (Wert 2019) ausmacht?

In diesem Fall besteht die Option auf eine zusätzliche Kranken- und Pensionsversicherung („Selbstversicherung bei geringfügiger Beschäftigung gemäß § 19a ASVG“).

Voraussetzungen

  • Der Wohnsitz muss im Inland liegen,
  • man darf aus einer oder mehreren Beschäftigungen insgesamt nicht mehr als EUR 446,81 im Kalendermonat verdienen (gültig für das Jahr 2019)
  • und es darf kein Ausschließungsgrund vorliegen.


Ausschließungsgründe

Die Selbstversicherung ist ausgeschlossen, wenn man

  • eine Eigenpension bezieht (z.B. Alterspension, ausländische Rente),
  • bereits auf Grund einer anderen Beschäftigung in der Kranken- oder Pensionsversicherung
    pflichtversichert ist (z.B. Beamte/Beamtinnen, Gewerbetreibende, Bauern/Bäuerinnen),
  • einer gesetzlichen beruflichen Vertretung als Selbstständige/r angehört (z.B. Ärztin/Arzt, Apotheker/in, Rechtsanwältin/Rechtsanwalt, Notar/in, Wirtschaftstreuhänder/in, Ziviltechniker/in),
  • Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezieht
  • oder Kinderbetreuungsgeld bezieht.


Antragstellung
Der Antrag für die Selbstversicherung bei geringfügiger Beschäftigung ist bei jener Gebietskrankenkasse zu stellen, bei der die Anmeldung zur Unfallversicherung von der Dienstgeberin/vom Dienstgeber erfolgte.

Beitragszahlung
'Der monatliche Beitrag beträgt EUR 63,07 (Beitrag für das Jahr 2019).

Leistungsanspruch in der Krankenversicherung
Dieser beginnt mit dem Tag des Beginnes der geringfügigen Beschäftigung, wenn der Antrag binnen sechs Wochen nach diesem Zeitpunkt gestellt wird, sonst mit dem auf die Antragstellung folgenden Tag.

Anspruch besteht auf Sachleistungen (z.B. ärztliche Hilfe, Heilmittel, Krankenhausaufenthalte) und Geldleistungen (Krankengeld täglich EUR 5,10, Wochengeld täglich EUR 8,98 (Wert 2017).

Leistungsanspruch in der Pensionsversicherung
Diese Zeiten der Selbstversicherung werden auch für die Pensionsversicherung berücksichtigt.

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Über der Geringfügigkeitsgrenze

B) Welche versicherungs-, beitrags- und leistungsrechtlichen Konsequenzen ergeben sich für geringfügig Beschäftigte, wenn die Summe der Entgelte aus mehreren geringfügigen Beschäftigungen den Betrag von EUR 446,81 (Wert 2019) im Kalendermonat übersteigt?

In diesem Fall sind Sie in der Kranken- und Pensionsversicherung pflichtversichert (keine freiwillige Versicherung) und haben vom gesamten Entgelt Beiträge zu entrichten (näheres unten im Abschnitt „Beitragszahlung bei Pflichtversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung“).

Leistungsanspruch in der Krankenversicherung
Anspruch besteht auf Sachleistungen (z.B. ärztliche Hilfe, Heilmittel, Krankenhausaufenthalte, etc.) und Geldleistungen (Krankengeld, Wochengeld). Die Leistungen werden im Regelfall durch die Gebietskrankenkasse des Wohnsitzes erbracht.

Wenn alle geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse im gesamten Kalenderjahr die Zugehörigkeit zu einer Betriebskrankenkasse oder zur Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau begründen, hat dieser Krankenversicherungsträger die Leistung zu erbringen.

Leistungsanspruch in der Pensionsversicherung
Die geringfügigen Beschäftigungszeiten zählen als Beitragszeiten für die Pensionsversicherung; die daraus erzielten Einkommen erhöhen die Bemessungsgrundlage für die Pension.

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Geringfügige Beschäftigung neben vollversicherungspflichtiger unselbstständiger Beschäftigung

C) Welche versicherungs-, beitrags- und leistungsrechtlichen Konsequenzen ergeben sich für geringfügig Beschäftigte, wenn eine geringfügige Beschäftigung neben einer bereits bestehenden vollversicherungspflichtigen unselbstständigen Beschäftigung ausgeübt wird?

In diesem Fall sind auch Ihre geringfügigen Einkommen beitragspflichtig. Sie haben
Kranken- und Pensionsversicherungsbeiträge zu entrichten, unabhängig davon, dass Sie bereits vollversichert sind (näheres unten im Abschnitt „Beitragszahlung bei Pflichtversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung“).

Leistungsanspruch in der Krankenversicherung
Anspruch besteht auf Sachleistungen (z.B. ärztliche Hilfe, Heilmittel, Krankenhausaufenthalte, etc.) und Geldleistungen (Krankengeld, Wochengeld).

Leistungszuständig ist der Krankenversicherungsträger, bei dem bereits die Vollversicherung besteht.

Leistungsanspruch in der Pensionsversicherung
Das Einkommen aus der geringfügigen Beschäftigung wird berücksichtigt.

Beitragszahlung bei Pflichtversicherung in der Kranken- und Pensionsversicherung“ (zu B und C)

In beiden Fällen ist die Höhe der Beiträge zur Kranken- und Pensionsversicherung abhängig vom gesamten geringfügigen Entgelt sowie vom Beitragssatz.

Dieser Beitragssatz beträgt 14,12 % des gesamten geringfügigen Entgeltes, wobei in den meisten Fällen die Umlage zur Kammer für Arbeiter/innen und Angestellte in Höhe von 0,5 % dazu kommt.

Die entsprechende Vorschreibung dieser Beiträge erfolgt im folgenden Kalenderjahr.

Wir empfehlen Ihnen aber, monatlich eine Beitragsvorauszahlung zu leisten. Wenn Sie diese monatliche Zahlung wünschen, setzen Sie sich mit dem zuständigen  Krankenversicherungsträger in Verbindung. Eine monatliche Beitragszahlung hat jedenfalls dann zu erfolgen, wenn Sie aus dieser Versicherung eine Leistung aus der Krankenversicherung in Anspruch nehmen.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

  • Zu Punkt A unter der Service-Telefonnummer +43 1 601 22-2770 oder per E-Mail unter linksv@wgkk.at
  • Zu den Punkten B und C unter der Service-Telefonnummer +43 1 601 22-2780 oder per E-Mail unter mehrfachversicherung@wgkk.at