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Berechnung der individuellen Zuverdienstgrenze

Nachfolgende Informationen gelten für Geburten bis 28. Februar 2017. Klicken Sie hier für Informationen zu Geburten ab 1. März 2017

Taschenrechner, Frau rechnet

Bei allen Pauschalvarianten des Kinderbetreuungsgeldes können bis zu 60 Prozent der früheren Einkünfte (= individuelle Zuverdienstgrenze) dazuverdient werden. Dies ist für Kinderbetreuungsgeldbezieher/innen dann interessant, wenn er/sie vor der Geburt des Kindes über hohe Einkünfte verfügt hat.

Beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld gibt es keine individuelle Zuverdienstgrenze!

Für die Berechnung der individuellen Zuverdienstgrenze (60-Prozent-Grenze) sind die Einkünfte aus dem Steuerbescheid jenes Kalenderjahres vor der Geburt des Kindes heranzuziehen, in dem kein Kinderbetreuungsgeld bezogen wurde (beschränkt auf das drittvorangegangene Jahr). Wechseln sich die Eltern beim Bezug des Kinderbetreuungsgeldes ab, so besteht für jeden Elternteil eine eigene individuelle Zuverdienstgrenze, berechnet nach seinen eigenen Einkünften.

Relevante Einkünfte für die Berechnung der individuellen Zuverdientsgrenze sind:

  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (auch Pensionen),
  • Einkünfte aus selbständiger Arbeit,
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb und
  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Arbeitslosengeld und Notstandshilfe 
  • ausländische Einkünfte und Einkünfte aus internationalen Organisationen


Nicht relevante Einkünfte sind:

  • Steuerfreie Einkünfte
  • Einkünfte nach § 67 1988 EStG (z.B. 13. und 14. Gehalt)
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • sonstige Einkünfte gemäß § 29 EStG 1988
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Die Berechnungsmethode für die individuelle Zuverdienstgrenze 

Erster Schritt:
a) Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit werden nach Abzug der Werbungskosten (zumindest die  Werbungskostenpauschale in Höhe von derzeit EUR 132,00) um 30 Prozent erhöht (d. h. mit dem Faktor 1,3 multipliziert).

b) Arbeitslosengeld und Notstandshilfe werden um 15 Prozent erhöht (d. h. mit dem Faktor 1,15 multipliziert).

c) Für Geburten ab 01.01.2012: Die Einkünfte aus selbständiger Arbeit, die Einkünfte aus Gewerbebetrieb und die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft werden jeweils um 30 Prozent erhöht (d. h. mit dem Faktor 1,3 multipliziert).

Werden mehrere verschiedene Einkünfte erzielt, so sind die jeweiligen Endbeträge (nach a, b oder c) zu einem Gesamtendbetrag zusammenzuzählen.

Zweiter Schritt:
60 Prozent des oben berechneten Gesamtendbetrages ergeben die jährliche individuelle Zuverdienstgrenze (d. h. es erfolgt eine Multiplikation mit dem Faktor 0,6). Ist die so berechnete individuelle Zuverdienstgrenze höher als EUR 16.200,00, dann können Sie während des gesamten Bezugszeitraumes des pauschalen Kinderbetreuungsgeldes diesen entsprechend höheren Zuverdienst erzielen. D. h. die einmal festgestellte individuelle Zuverdienstgrenze ändert sich grundsätzlich nicht mehr (bei einer Änderung des Steuerbescheides ist auf Antrag eine Neuberechnung möglich).

Achtung: Von der individuellen Zuverdienstgrenze ist der später während des Bezuges tatsächlich erzielte Zuverdienst zu unterscheiden.

Beispiel für die Berechnung der individuellen Zuverdienstgrenze

Der relevante Steuerbescheid weist bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit nach Abzug der Werbungskosten (ohne Einkünfte gemäß § 67 EStG 1988) den Betrag von EUR 25.380,00 aus. Darüber hinaus gibt es in dem betreffenden Kalenderjahr keine weiteren Einkünfte. Die individuelle Zuverdienstgrenze beträgt daher EUR 19.796,40 pro Kalenderjahr (EUR 25.380,00 mal 1,3 mal 0,6).


Info

Bei der Berechnung Ihrer individuellen Zuverdienstgrenze hilft Ihnen der Kinderbetreuungsgeld-Online-Rechner .
Eine Berechnung im Vorhinein durch das Kundencenter Kinderbetreuungsgeld ist nicht möglich.

Sie erhalten nach der Antragstellung auf pauschales Kinderbetreuungsgeld von der Wiener Gebietskrankenkasse eine Mitteilung über den Leistungsanspruch. In diesem Schreiben wird als Serviceleistung auch die Höhe der individuellen Zuverdienstgrenze angeführt, die automatisch ermittelt wird, sobald dem Krankenversicherungsträger alle erforderlichen Daten vorliegen (z.B. die Finanzbehörden haben bereits einen Steuerbescheid erlassen und die Daten dem Krankenversicherungsträger vollständig übermittelt).
Wichtig: Ein Steuerbescheid für das betreffende Jahr liegt unter Umständen nur nach Durchführung einer Arbeitnehmerveranlagung vor. Informieren Sie sich dazu bitte bei Ihrem Finanzamt.