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Kieferorthopädie

Bei Kieferregulierungen unterscheidet man zwischen abnehmbarer Zahnspange und festsitzender Zahnspange. In beiden Fällen müssen Versicherte einen Teil der Kosten selbst tragen.

Nur bei schweren Zahnfehlstellungen besteht Anspruch auf kieferorthopädische Behandlungen ohne Kostenanteil der Versicherten - siehe Gratis-Zahnspange


Abnehmbare Zahnspangen

Die Kasse erbringt Kieferregulierungen mit abnehmbaren Geräten bei nachstehenden Fehlbildungen (sofern kein Anspruch auf die Gratis-Zahnspange besteht):

  1. Hemmungsmissbildungen, insbesondere Spaltbildungen,
  2. Unterzahl von drei benachbarten oder von vier und mehr Zähnen in einem Kiefer
  3. Überzahl von drei oder mehr Zähnen in einem Kiefer,
  4. totale Nonokklusion,
  5. extremer oberer Schmalkiefer mit ein- oder beidseitigem Kreuzbiss und gestörter Nasenatmung sowie erschwertem Mundschluss,
  6. extremer Tiefbiss (insbesondere Deckbiss) mit traumatischem Einbiss im antagonistischen parodontalen Gebiet,
  7. frontaler offener Biss mit Einschluss der ersten Prämolaren,
  8. Progenie mit Mesialokklusion und Frontzahnstufe bei gestörter Nasenatmung sowie er schwertem Mundschluss,
  9. extreme Frontzahnstufe bei Distalokklusion von mehr als einer Prämolarenbreite bei gestörter Nasenatmung sowie erschwertem Mundschluss,
  10. Fehlbildungen, die in ihrer Bedeutung für den zu Behandelnden den in Z 1 bis 9 genannten Anomalien entsprechen,
  11. Fehlbildungen, bei denen kieferorthopädische Maßnahmen zur Behandlung von Krankheiten erforderlich sind, die ihrem Wesen nach zu anderen ärztlichen Fachgebieten gehören (Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Neurologie, Psychotherapie).

Vor Beginn der kieferorthopädischen Behandlung ist die Genehmigung der Kasse durch einen Antrag auf Kostenübernahme kieferorthopädischer Behandlung einzuholen. Anträge sind von den Vertragszahnärztinnen/den Vertragszahnärzten auszufüllen und der Patientin/dem Patienten auszuhändigen.

Die kieferorthopädische Behandlung umfasst: 

  1. Kieferorthopädische Behandlungen auf der Basis abnehmbarer Geräte pro Behandlungsjahr
  2. Reparaturen an abnehmbaren kieferorthopädischen Apparaten
    a)

    Bruch oder Sprung am Kunststoffkörper,

    Ersatz eines einfachen Drahtelements
    b) Unterfütterung oder Erweiterung eines
    therapeutisch ausgeschöpften Apparates
    c) Reparatur eines Labialbogens,
    Ersatz einer Dehnschraube

Die Tarife werden von der Kasse mit den Vertragszahnbehandlern vereinbart. Die Zuzahlung von Versicherten für abnehmbare Geräte beträgt hierbei 30 Prozent.

Festsitzende Zahnspangen 

Kieferorthopädische Behandlungen mit festsitzenden Geräten sind in den Verträgen mit den Zahnbehandlern nicht geregelt. Hier leistet die Kasse einen Kostenzuschuss in Höhe von 80 Prozent des Kassenanteiles für abnehmbare Geräte (§§ 30 ff + Anhang 2 und 5 der Satzung).

Allerdings besteht bei schweren Zahnfehlstellungen Anspruch auf die Gratis-Zahnspange.

Kleine kieferorthopädische Behelfe

Können kieferorthopädische Fehlstellungen oder andere Fehlstellungen durch kleine kieferorthopädische Behelfe kurzfristig behoben, oder kann dadurch der Erfolg der vorangegangenen kieferorthopädischen Behandlung sichergestellt werden, wird anstelle einer Kieferregulierung ein in der Satzung festgesetzter Kostenzuschuss (§§ 30 ff + Anhang 2 und 5) für diese kleinen kieferorthopädischen Behelfe erbracht.