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Der richtige Transport zur richtigen Zeit

Oftmals ist es auf Grund einer Erkrankung nicht möglich, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel oder einem privaten PKW zur Behandlungsstelle oder von dieser nach Hause zu fahren. Nicht immer ist für den Transport ein Blaulicht-Krankenwagen mit zwei Sanitätern und einer Krankenliege notwendig. Oftmals reicht ein Fahrtendienst.


Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) hat sich gemeinsam mit der Stadt Wien und den Wiener Krankenversicherungsträgern das Ziel gesetzt, die Krankentransporte nach dem medizinischen Bedarf zu organisieren. Jede Patientin und jeder Patient muss den Transport bekommen, den sie oder er braucht. Das muss aber nicht immer ein Blaulicht-Wagen sein. ln vielen Fällen reicht - auf Basis der ärztlichen Einschätzung - ein Fahrtendienst. Hier ein Überblick über die wichtigsten Punkte:

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Wer entscheidet, welchen Transport ich erhalte?

Die Entscheidung über das medizinisch notwendige Transportmittel trifft ausschließlich die Ärztin/der Arzt. Wünsche hinsichtlich eines bestimmten Transportunternehmens können dabei nicht berücksichtigt werden. 

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Welche Transportarten stehen zur Verfügung?

  1. Fahrtendienst:
    Dieser ist für Patientinnen und Patienten, die in Folge ihrer Krankheit oder ihres Gebrechens nicht in der Lage sind, für die Inanspruchnahme der notwendigen Behandlungen ein öffentliches Verkehrsmittel zu benützen, aber deren Zustand nicht ausschließlich einen Transport mit einem Krankentransportwagen erfordert.
  2. Einfache Krankenbeförderung:
    Sie ist für Versicherte vorgesehen, für die während der Beförderung keine Versorgung durch eine Sanitäterin/einen Sanitäter erforderlich ist und die ausschließlich wegen der Gehunfähigkeit lediglich auf der Trage liegend oder im Tragsessel sitzend getragen bzw. transportiert werden müssen.
  3. Qualifizierter Krankentransport:
    Er ist für Personen, die keine Notfallpatientinnen/patienten sind und die wegen ihrer Gehunfähigkeit auf der Trage liegend oder im Tragsessel sitzend getragen bzw. transportiert werden müssen. Weiters bedürfen sie entweder der Unterstützung durch eine Sanitäterin/einen Sanitäter oder sind während des Transportes auf die sanitätsdienstliche Versorgung angewiesen.

linkBeförderungsvarianten im Überblick (247.0 KB)

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Wann wird ein Transport auf Kosten der WGKK übernommen?

a) Fahrtendienst:

Es ist ein vorheriger Antrag auf Kostenübernahme für die Beförderung durch einen Fahrtendienst nötig, den sowohl die Hausärztin/der Hausarzt als auch die Behandlungsstelle mit einer entsprechenden medizinischen Begründung ausstellt. Nach der Ausstellung muss die erforderliche Bewilligung eingeholt werden (Medizinischer Dienst - Kundencenter Wienerberg/Erdgeschoß, persönlich in jeder Außenstelle oder per Post). Dieser bewilligte Antrag ist dann für die angegebene Anzahl der Fahrten für die Dauer von längstens zwei Monaten gültig.

Hinweis zur Dauerbewilligung: Für Versicherte, die mit großer Wahrscheinlichkeit nie mehr die Fähigkeit erlangen werden, ein öffentliches Verkehrsmittel zu benützen, gibt es die Möglichkeit einer Dauerbewilligung für die Fahrtendienste. Hierfür ist ein grüner Transportauftrag nötig, den sowohl die Hausärztin/der Hausarzt als auch die Behandlungsstelle mit einer entsprechenden Begründung ausstellen kann. Nach Bewilligung durch den Medizinischen Dienst der WGKK gilt diese Genehmigung bis auf Widerruf. Versicherte mit einer Dauerbewilligung erhalten einen entsprechenden Ausweis, der bei jeder Fahrt vorgezeigt werden muss.

linkInformationsblatt Nummer 6 Vertragsfahrtendienst (617.2 KB)

b) Qualifizierter Krankentransport und einfache Krankenbeförderung:

Man benötigt vor dem Transport einen „Antrag auf Kostenübernahme für die Beförderung durch einen Krankenwagen“. Diesen Antrag stellt – wie auch beim Fahrtendienst - entweder die Hausärztin/der Hausarzt oder jene Einrichtung aus, wo man behandelt wird.

linkInformationsblatt Nummer 7 Krankenwagen (475.8 KB)

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Wann werden die Transportkosten nicht von der WGKK übernommen?

Die WGKK übernimmt unter anderem keine Kosten für Transporte von und zu:

  • Behandlungsstellen, für welche die Kasse die anfallenden Behandlungskosten nicht trägt
  • einer Blutbank zur Eigenblutvorsorge
  • einer Gesundheitseinrichtung der Magistratsabteilung 15
  • einer Begutachtungsstelle anlässlich der Vorladung des Pensionsversicherungsträgers
  • dem WGKK-Verwaltungsgebäude in 1100 Wien, Wienerbergstraße 15-19, zwecks Einholung einer Bewilligung
  • zu den Wohnbezirksstellen anlässlich einer Vorladung zum kontrollärztlichen Dienst
  • anlässlich des Stillens eines in Anstaltspflege befindlichen Säuglings
  • während einer stationären Anstaltspflege (z.B. Besuchsfahrten)
  • einer Allgemeinmedizinerin/einem Allgemeinmediziner, außer es handelt sich um eine im Antrag bestätigte Infusionstherapie 
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Gibt es eine Kostenbeteiligung der Versicherten?

Ja. Abhängig von der Art des Transports ist entweder die einfache oder doppelte Rezeptgebühr zu entrichten. Aktuell sind das 5,85 oder 11,70 Euro.

Kostenbeteiligung für…..

  • Fahrtendienst/Beförderung im Rollstuhl sitzend → einfache Rezeptgebühr
  • Einfache Krankenbeförderung/Liegendtransport → doppelte Rezeptgebühr
  • Kranken- bzw. Rettungstransport → doppelte Rezeptgebühr


Insgesamt ist pro Kalenderjahr und Versicherte/n bzw. Angehörige/n jedoch maximal die 72-fache Rezeptgebühr zu bezahlen. Für den zu bezahlenden Gesamtbetrag sendet die WGKK im Nachhinein einen Zahlschein zu.

Der Kostenanteil entfällt bei Transporten im Rahmen einer …

  • Erste-Hilfe-Leistung oder
  • Strahlen-, Chemo- oder Dialysetherapie


und bei Personen, die

  • das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder
  • von der Rezeptgebühr befreit sind


Der Kostenanteil muss auch dann bezahlt werden, wenn man die Rezeptgebührenobergrenze (REGO) erreicht hat und daher aus diesem Grund von der Rezeptgebühr befreit ist.

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Wie vereinbart man eine Fahrt?

Wenn man die grundsätzlichen Voraussetzungen erfüllt und die WGKK die Fahrten bewilligt hat, vereinbart man einen Termin mit einem der folgenden Transportunternehmen. Damit man den Wunschtermin erhält, empfiehlt die WGKK, die Firmen mindestens einen Tag im Voraus zu kontaktieren.

Fahrtendienst:

  • Alois Czach GmbH, Mietwagenunternehmen
  • Haller & Felsinger GmbH, Taxi- und Mietwagen
  • Blaguss-Minibus-Service GmbH
  • ÖHTB-Fahrtendienst, Gemeinnützige GmbH
  • Pokorny GmbH, Taxi- und Mietwagenunternehmen
  • GWS GmbH, Krankenbeförderung


Einfache Krankenbeförderung:

  • Haller & Felsinger GmbH, Taxi- und Mietwagen
  • ÖHTB-Fahrtendienst, Gemeinnützige GmbH
  • GWS GmbH, Krankenbeförderung


Die angeführten Unternehmen sind unter der Rufnummer der gemeinsamen Leitstelle erreichbar: +43 1 488 58


Qualifizierten Krankentransport:

  • Samariterbund Wien - Telefon: +43 1 89 144
  • Wiener Rotes Kreuz - Telefon: +43 1 52 144
  • Johanniter-Unfallhilfe Österreich - Telefon: +43 1 47 600
  • Grünes Kreuz - Telefon: +43 1 148 49
  • Sozial Medizinischer Dienst - Telefon: +43 1 310 50 50