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Ausland


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Allgemeines

Der Schutz der sozialen Krankenversicherung ist bei vorübergehendem Aufenthalt in zahlreichen europäischen Ländern durch den Abschluss von zwischenstaatlichen Sozialversicherungsabkommen und dem Abkommen über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) bzw. die Europäische Union (EU) gewährleistet.

Bitte beachten Sie:
Haben Sie sich aus dienstlichen Gründen im Ausland aufgehalten und ein Krankenhaus aufgesucht, dann wenden Sie sich bezüglich der Kostenübernahme an Ihre Dienstgeberin/Ihren Dienstgeber.

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EU-/EWR-Staaten und die Schweiz

Für diese Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK), die auf der Rückseite der e-card angebracht ist. Steht Ihnen keine gültige EKVK zur Verfügung oder wurde diese wegen Verlust gesperrt, stellt die WGKK eine Ersatzbescheinigung in Papierform („Bescheinigung als provisorischer Ersatz für die Europäische Krankenversicherungskarte“) über Antrag in einer Bezirksstelle oder einem Kundencenter aus.

Gegen Vorlage der gültigen EKVK bzw. der provisorischen Ersatzbescheinigung können Sie alle Sachleistungen wie Arztbesuche oder Spitalsaufenthalte in Anspruch nehmen, die sich während eines vorübergehenden Aufenthaltes in einem anderen EU-/EWR-Mitgliedstaat und der Schweiz, unter Berücksichtigung der Art der Leistung und der voraussichtlichen Aufenthaltsdauer, als medizinisch notwendig erweisen. Voraussetzung dabei ist allerdings, dass die in Anspruch genommene Behandlungseinrichtung Vertragspartner/in des Krankenversicherungssystems des Aufenthaltsstaates ist.

Zu beachten ist, dass nach den gültigen Rechtsvorschriften des jeweiligen EU-/EWR-Mitgliedstaates Leistungen erbracht werden bzw. auch Selbstbehalte zu bezahlen sind.

Achtung!
Bei Ausreise zur Inanspruchnahme einer bestimmten Behandlung in einem EU-/EWR-Mitgliedstaat oder der Schweiz werden deren Kosten nur übernommen, wenn die WGKK die Genehmigung dazu erteilt hat. EKVK oder „provisorische Ersatzbescheinigung“ dürfen in diesem Fall nicht verwendet werden.

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Behandlung ohne EKVK

Wenn Sie die Kosten für ärztliche Behandlung, Spitalsaufenthalt usw. selbst bezahlt haben, weil Sie keinen entsprechenden Nachweis mitgeführt haben oder die EKVK von der Behandlungsstelle (z.B. Privatspital) nicht angenommen wurde, können Sie nach Ihrer Rückkehr die bezahlten Originalrechnungen zum Kostenersatz bei der WGKK einreichen.

Um die medizinische Notwendigkeit der Behandlung feststellen zu können, benötigt die WGKK neben den bezahlten Originalrechnungen eine genaue Krankengeschichte mit einem täglichen Dekurs (Fieberkurve) sowie den ärztlichen Befund- und Behandlungsbericht (evt. Operationsbericht).

Der Kostenersatz richtet sich nach den Tarifsätzen des jeweiligen Landes. Durch die notwendigen Tarifanfragen beim ausländischen Krankenversicherungsträger kann es im Einzelfall zu erheblichen Verzögerungen bei der Bearbeitung Ihrer Rechnungen kommen.

Manche Länder sehen für bestimmte Leistungen Selbstbehalte vor, die vom österreichischen Krankenversicherungsträger nicht ersetzt werden können.

Wird der Spitalsaufenthalt im EU-/EWR-Mitgliedsstaat oder in der Schweiz durch unseren Medizinischen Dienst gemessen an der Aufenthaltsdauer als nicht notwendig beurteilt oder erfolgte die Ausreise ohne vorheriger Genehmigung zum Zweck der Behandlung im anderen Staat, kann keine zwischenstaatliche Abrechnung erfolgen. Der/dem Versicherten wird bei Vorlage der saldierten Rechnung nur der höchstmögliche Pflegekostenzuschuss nach österreichischer Rechtslage in der Höhe von  EUR 228,07 (2017) bzw. 90 Prozent dieses Betrages für Angehörige ersetzt (siehe nachfolgend „Kostenersatz“).

EU-/EWR-Mitgliedstaaten, Sonderabkommen:

linkAuslandsbetreuungsschein

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Staaten mit zwischenstaatlichen Abkommen

Um Sachleistungen wie Arztbesuche oder Spitalsaufenthalte in der Türkei  in Anspruch nehmen zu können, ist es erforderlich, sich rechtzeitig, etwa 14 Tage vor Antritt des Urlaubes, einen zwischenstaatlichen Betreuungsschein zu besorgen. Diesen stellt für Erwerbstätige und deren Angehörige grundsätzlich die Dienstgeberin/der Dienstgeber aus. Ansonsten werden die Betreuungsscheine für unsere Versicherten in allen Bezirksstellen/Kundencentern der WGKK ausgegeben.

Der Betreuungsschein ist im Bedarfsfall bei dem für den Urlaubsort zuständigen ausländischen Krankenversicherungsträger vorzuweisen und gegen einen dort gültigen Behandlungsschein einzulösen.

Sollte diese Vorgangsweise nicht möglich sein (Schein wird nicht angenommen, Notfall usw.), verlangen Sie bitte eine möglichst detaillierte Rechnung über Art, Umfang und Datum der Behandlung. Die bezahlte Rechnung kann dann bei der WGKK zur (teilweisen) Kostenerstattung – siehe nachfolgend „Kostenersatz“ – eingereicht werden.

Zu beachten ist, dass die Sachleistungen ausschließlich nach den für das Gastland geltenden leistungsrechtlichen Bestimmungen erbracht werden.

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Staaten ohne Abkommen

Wenn Sie Arztbesuche oder Spitalsaufenthalte in einem Land in Anspruch nehmen, mit dem Österreich kein Sozialversicherungsabkommen in der Krankenversicherung abgeschlossen hat (z.B. USA, Thailand, Ägypten usw.), so müssen Sie die Krankenhauskosten zunächst selbst begleichen.

Nach Ihrer Rückkehr können Sie jedoch bei der WGKK, gegen Vorlage der detaillierten und bezahlten Rechnungen, einen (teilweisen) Kostenersatz beantragen (siehe nachfolgend „Kostenersatz“).

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Kostenersatz

Nehmen Versicherte (Angehörige) einen notwendigen Spitalsaufenthalt in einer ausländischen Krankenanstalt in Anspruch, erbringt die WGKK nach Überprüfung durch den Medizinischen Dienst einen maximalen Pflegekostenzuschuss in der Höhe eines täglichen Pauschalbetrages:

EUR 228,07 (2017) für Versicherte. Dieser Tagespauschalsatz verringert sich um 10 Prozent für Angehörige.
Liegen die Kosten unter dem täglichen Pauschalsatz, wird nur der tatsächliche Aufwand ersetzt.


Zur Abdeckung anfallender Restkosten raten wir zum Abschluss einer privaten Reiseversicherung.

Für den Antrag auf Kostenersatz sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Originalrechnung mit Zahlungsbestätigung
  •  Aufenthaltsbestätigung
  • Detaillierter Befundbericht mit täglichem Dekurs (Fieberkurve), in Nicht-EU-Staaten bzw. in Staaten, mit denen kein Abkommen über soziale Sicherheit besteht, in deutscher bzw. englischer Sprache
  • Bekanntgabe der Bankverbindung
  • Unser Formblatt gem. §150 ASVG von der Versicherten/dem Versicherten ausgefüllt und unterschrieben

linkFormblatt Kostenersatz (37.5 KB)

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Wer kann den Kostenersatz beantragen?

Leistungsansprüche aus der gesetzlichen Krankenversicherung können nur von der/dem Versicherten oder ihrem/seinem gesetzlichen Vertreter/in geltend gemacht werden und nur an sie/ihn angewiesen werden. Bei einem Antrag auf Kostenersatz für einen Spitalsaufenthalt handelt es sich um einen Sachleistungsanspruch, der auch dann nicht übertragen oder verpfändet werden kann, wenn die/der Versicherte hierzu ihre/seine Zustimmung erteilt. Demzufolge kann ein Kostenersatz nicht an eine Privatversicherung abgetreten werden. Die Auszahlung des Kostenersatzes erfolgt immer an die Versicherte/den Versicherten unserer Kasse.

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Geplanter Spitalsaufenthalt im Ausland

Wollen Sie eine geplante Behandlung in einem ausländischen Krankenhaus durchführen lassen, weil eine gleichwertige Behandlung in Österreich nicht oder nicht zeitgerecht möglich ist, so setzen Sie sich vor Inanspruchnahme dieser Leistung mit der WGKK Leistungsabteilung  – Fachgruppe Leistungserbringung, 1100 Wien, Wienerbergstraße 15–19, in Verbindung.

Die Bewilligung für eine Kostenübernahme eines geplanten Krankenhausaufenthaltes kann nur mit einer medizinischen Stellungnahme der inländischen Behandlungsstelle (z.B.  Schwerpunktkrankenhaus in Wien) unter der Voraussetzung gewährt werden, dass diese Behandlung im Inland nicht oder nicht rechtzeitig innerhalb eines medizinisch zumutbaren Zeitraumes durchgeführt werden kann. Wurde die Bewilligung durch den Medizinischen Dienst der WGKK ausgesprochen, erfolgt die Kostenübernahme je nach Behandlungseinrichtung

  • entweder im Rahmen der Direktverrechnung mit dem ausländischen Krankenversicherungsträger
  • oder in Form des Kostenersatzes in Höhe jenes Betrages, der im Behandlungsland vorgesehen ist.

Auch hier sind von der/dem Versicherten die im Behandlungsland vorgesehenen Selbstbehalte zu tragen.