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Das neue Kinderbetreuungsgeld für Geburten ab 1. März 2017 – die wichtigsten Fragen und Antworten

Kinderbetreuungsgeld (KBG): Alles über die Neuerungen, die Bezugsvarianten und die Zusatzleistungen


Der Text wurde auf Basis der Informationen des Bundesministeriums für Familien und Jugend erstellt. 
Detaillierte Informationen und Formulare finden Sie unter wgkk.at/kinderbetreuungsgeld

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1.) Welche wesentlichen Änderungen gibt es für Geburten ab dem 1. März 2017?

Eltern können zwischen dem einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld (KBG) und dem flexiblen Kinderbetreuungsgeld-Konto wählen.

Eltern, die sich den Bezug des Kinderbetreuungsgeldes annähernd gleich aufteilen, können zusätzlich einen Partnerschaftsbonus beantragen.

Weiters gibt es für Geburten ab 1. März 2017 einen Familienzeitbonus für Väter nach der Geburt des Kindes.

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2.) Für wen gilt die neue Regelung beim Kinderbetreuungsgeld?

Für Kinder, die ab dem 1. März 2017 geboren werden. Für Kinder, die bis spätestens 28. Februar 2017 geboren werden, gelten die bisherigen Regelungen (zB. vier Pauschalvarianten).

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3.) Wie hoch ist das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld?

Bezugshöhe: 80 Prozent der Letzteinkünfte, max. EUR 66,00 täglich (rund EUR 2.000,00 monatlich) 

 Wenn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, können auch der  Familienzeitbonus  und/oder der Partnerschaftsbonus bezogen werden.

Hier geht es zum KBG-Konto-Rechner des Ministeriums für Familien und Jugend

Bezugsdauer: Längstens bis zum 365. Tag ab Geburt des Kindes, wenn nur ein Elternteil Kinderbetreuungsgeld bezieht. Bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile verlängert sich die Bezugsdauer um jenen Zeitraum, den der andere Elternteil tatsächlich bezogen hat, maximal aber gebührt Kinderbetreuungsgeld bis zu 426 Tage ab der Geburt des Kindes (ein Elternteil kann nie mehr als 365 Tage KBG beziehen).

Jedem Elternteil ist eine Anspruchsdauer von 61 Tagen unübertragbar vorbehalten.

Achtung: Beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld gebührt kein Mehrlingskind-Zuschlag!

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4.) Wie hoch ist das Kinderbetreuungsgeld-Konto?

Je nachdem, welche Anspruchsdauer man wählt, beträgt das Kinderbetreuungsgeld zwischen 33,88 Euro täglich und 14,53 Euro täglich (das sind zwischen rund 1.050 Euro und 450 Euro monatlich).

In der kürzesten Variante, das ist die Grundvariante mit 365 Tagen ab dem Tag der Geburt (dieser wird mit eingerechnet), erhält man den höchsten Betrag (33,88 Euro pro Tag).

Grafik: Wie hoch ist das Kinderbetreuungsgeld im Konto?

Je länger die Anspruchsdauer ist, desto geringer ist der Tagesbetrag. Wählt man zB die doppelte Dauer (730 Tage) der Grundvariante, so erhält man den halben Betrag (also 16,94 Euro täglich).

Achtung: Diese Wahl bindet den anderen Elternteil.

Wenn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind, können auch der Familienzeitbonus und/oder der Partnerschaftsbonus bezogen werden.

Hier geht es zum KBG-Konto-Rechner des Ministeriums für Familien und Jugend

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5.) Kann man die Anspruchsdauer beim Konto ("Variante") völlig frei wählen?

Nein. Man kann zwischen 365 Tagen und 851 Tagen (gezählt ab dem Tag der Geburt) als Anspruchsdauer wählen. Wechseln sich die Eltern ab, so verlängert sich die Anspruchsdauer auf 456 bis 1063 Tage.

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6.) Kann man kürzer als die gewählte Anspruchsdauer beziehen?

Ja, das ist möglich, dann verfällt der Rest.

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7.) Wie können sich die Eltern beim Bezug vom Kinderbetreuungsgeld abwechseln?

Die Eltern können sich maximal zwei Mal abwechseln. Es dürfen sich also maximal drei Blöcke ergeben. Jeder Bezugsblock jedes Elternteiles muss immer mindestens 61 Tage (ununterbrochen) betragen.

In der Grundvariante (365 + 91) beträgt die Anspruchsdauer für beide Elternteile somit 456 Tage (ab Geburt gezählt), 91 Tage (das sind 20 %) sind unübertragbar für den anderen Elternteil reserviert.

Bei Wahl der längsten Anspruchsdauer von 851 Tagen ab Geburt beträgt der reservierte Anteil des anderen Elternteils 212 Tage (das sind ebenfalls 20 %). 

Es gilt daher auch hier: je länger die gewählte Anspruchsdauer (zB die doppelte), desto länger der reservierte Anteil des anderen Elternteiles (wird zB dann auch verdoppelt). 

Hinweis: Der Tagesbetrag ist bei beiden Elternteilen immer derselbe und ergibt sich automatisch aus der gewählten Anspruchsdauer des erstantragstellenden Elternteiles.

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8.) Können die Eltern das KBG gleichzeitig beziehen?

Bei Geburten ab dem 1. März 2017 können Eltern beim erstmaligen Wechsel des KBG-Bezugs das KBG gleichzeitig bis zu 31 Tage (das heißt auch kürzer) beziehen. Die gleichzeitig bezogenen Tage werden von der Gesamtanspruchsdauer abgezogen.

  Grafik: Können die Eltern das KBG gleichzeitig beziehen?

 

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9.) Kommt es zu einer Verlängerung der gewählten KBG-Anspruchsdauer, wenn das KBG aufgrund des Wochengelds in voller Höhe ruht?

Nein. Es erfolgt keine Verlängerung. Die Tageberechnung erfolgt immer ab dem Zeitpunkt der Geburt.

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10.) Kann man die gewählte Anspruchsdauer ("Variante") ändern?

Ja. Einmal pro Kind kann die ursprünglich gewählte Anspruchsdauer geändert werden. Die Änderung muss spätestens am 91. Tag vor Ablauf der ursprünglich gewählten Anspruchsdauer erfolgen. Die neue gewünschte Anspruchsdauer muss aber im Hinblick auf die Restzeit noch möglich sein.

Hat der andere Elternteil bereits KBG bezogen, so muss er einer Änderung zustimmen und im Falle einer Rückzahlungsverpflichtung ebenfalls den zu viel bezogenen Betrag zurückzahlen. 

Bitte beachten Sie: Durch einen Wechsel kann es zu einer Rückforderung von Teilen des KBG kommen. Bitte lassen Sie sich daher vor einem Wechsel durch Ihre Krankenkasse beraten!

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11.) Wie kann ich den neuen Partnerschaftsbonus erhalten?

Die Eltern müssen annähernd gleich lang (50:50, zumindest aber im Verhältnis 60:40) KBG beziehen, mindestens muss jeder Elternteil 124 Tage tatsächlich und rechtmäßig KBG beziehen. Tage, an denen nicht bezogen wurde, zählen also nicht (ruht das KBG wegen eines Wochengeldanspruches zur Gänze, zählen diese Tage nicht).

Der Partnerschaftsbonus beträgt einmalig 500 Euro pro Elternteil und muss rechtzeitig von den Eltern beantragt werden.

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12.) Was ist der Familienzeitbonus und wer hat darauf Anspruch?

Der Familienzeitbonus ist eine Geldleistung für erwerbstätige Väter, die sich unmittelbar nach der Geburt des Kindes intensiv und ausschließlich ihrer Familie widmen und sich Familienzeit nehmen, das heißt ihre Erwerbstätigkeit (im Einvernehmen mit dem/der Arbeitgeber/in) unterbrechen.

Voraussetzungen dafür sind:

  • Erwerbstätigkeit

Der Vater muss in den letzten 182 Kalendertagen unmittelbar vor Bezugsbeginn durchgehend eine in Österreich kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit tatsächlich und ununterbrochen ausüben. Es dürfen in diesem Zeitraum keine Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Weiterbildungsgeld etc) bezogen worden sein.

  • vereinbarte Familienzeit

Der Vater muss mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass er den Familienzeitbonus in Anspruch nimmt. 

  • Wiederaufnahme der Beschäftigung beim bisherigen Arbeitgeber

Nach dem Bezug des Familienzeitbonus muss der Vater seine Erwerbstätigkeit direkt im Anschluss an die Familienzeit wieder beim ehemaligen Arbeitgeber aufnehmen.

Zudem müssen die sonstigen Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sein. Diese sind unter anderem: Anspruch und Bezug der Familienbeihilfe für das Kind, gemeinsamer Haushalt, idente Hauptwohnsitzmeldung mit dem anderem Elternteil und Kind, Lebensmittelpunkt in Österreich, für Nicht-Österreicher zusätzlich ein rechtmäßiger Aufenthalt in Österreich bzw. die Erfüllung bestimmter asylrechtlicher Voraussetzungen.

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13.) Wie hoch ist der Familienzeitbonus und wie lange kann ich ihn beziehen?

Der Familienzeitbonus beträgt 22,60 Euro täglich. Dieser wird auf ein allfälliges später vom Vater bezogenes Kinderbetreuungsgeld angerechnet.

Der Bonus ist innerhalb eines ununterbrochenen Zeitraums von 28 bis 31 Tagen (dh ein Bezug von weniger als 28 Tagen, zB 27 Tagen, ist nicht zulässig!) und innerhalb eines fixen Zeitrahmens von 91 Tagen nach der Geburt zu konsumieren. Er gebührt frühestens ab dem Tag der Geburt des Kindes.

Hinweis: Der Antrag muss spätestens binnen 91 Tagen ab dem Tag der Geburt des Kindes (der Tag der Geburt wird mitgezählt) bei der zuständigen Krankenkasse gestellt werden. Bei der Antragstellung ist die Anspruchsdauer verbindlich festzulegen.  

Der Familienzeitbonus kann somit nicht vorzeitig beendet oder geändert werden!

Während des Bezugs des Familienbonus ist man kranken- und pensionsversichert.

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14.) Gibt es Zuschläge bei Mehrlingsgeburten?

Je nach gewählter Bezugsdauer des pauschalen Kinderbetreuungsgeldes erhöht sich für das zweite bzw. jedes weitere "Mehrlingskind" das Kinderbetreuungsgeld um 50 % des jeweiligen Tagsatzes.

Bei Mehrlingskindern sind Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen für jedes Kind extra nachzuweisen.

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15.) Wie wird die individuelle Zuverdienstgrenze berechnet?

Bei allen Pauschalvarianten des Kinderbetreuungsgeldes können bis zu 60 Prozent der früheren Einkünfte (= individuelle Zuverdienstgrenze) dazuverdient werden. Dies ist für Kinderbetreuungsgeldbezieher/innen dann interessant, wenn er/sie vor der Geburt des Kindes über hohe Einkünfte verfügt hat.

Achtung: Beim einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeld gibt es keine individuelle Zuverdienstgrenze!

Bei der Berechnung Ihrer individuellen Zuverdienstgrenze hilft Ihnen der Online-Rechner des Bundesministeriums für Familien und Jugend.

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16.) Was sind die Voraussetzungen für den Bezug von Kinderbetreuungsgeld?

  • Einhaltung der Zuverdienstgrenze
  • gemeinsamer Haushalt = idente Hauptwohnsitzmeldung mit dem Kind
  • Durchführung der zehn Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen und rechtzeitiger Nachweis darüber
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17.) Welche Unterlagen sind für die Beantragung des KBG erforderlich?

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  • Das Antragsformular im Original
  • Geburtsurkunde des Kindes
  • Nachweis über den Bezug der Familienbeihilfe - bei getrennt lebenden Eltern muss die Familienbeihilfe vom antragstellenden Elternteil selbst bezogen werden
  • Nachweis über den gemeinsamen Hauptwohnsitz (Meldezettel)
  • Drittstaatsangehörige: Bescheinigung über den rechtmäßigen Aufenthalt in Österreich
  • EU-/EWR-/CH-Bürger: Anmeldebescheinigung oder Lichtbildausweis für EWR-Bürger
  • Asylzuerkennungsbescheid von asylberechtigten Antragstellerin/Antragsteller und Kind
  • Nachweis der ersten sechs vorgesehenen Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen