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ELGA – die wichtigsten Fragen und Antworten

In Österreich wird die elektronische Gesundheitsakte ELGA schrittweise eingeführt. Erfahren Sie mehr über ELGA. 


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Was ist ELGA?

Die elektronische Gesundheitsakte ELGA ist ein Informationssystem. ELGA steht allen Bürgerinnen und Bürgern, die einer ELGA-Teilnahme nicht widersprochen haben, sowie deren berechtigten Gesundheitsdienstanbietern – Ärztinnen und Ärzten, Spitälern, Pflegeeinrichtungen und Apotheken – zur Verfügung. Patientinnen und Patienten erhalten so erstmals die Möglichkeit, ihre eigenen Gesundheitsdaten wie z.B. e-Befunde oder Medikationsdaten einzusehen, auszudrucken oder abzuspeichern – egal, wann und egal, wo sie gerade sind. Die Idee hinter ELGA ist, im Falle einer medizinischen Behandlung oder Betreuung – und nur in diesem Zusammenhang – den behandelnden Gesundheitseinrichtungen die notwendigen Vorinformationen bereitzustellen und diesen Zugriff auch den Patientinnen und Patienten selbst zu ermöglichen.
ELGA wird schrittweise umgesetzt. Die ersten Gesundheitsdaten, die über ELGA zur Verfügung gestellt werden, sind: Entlassungsberichte aus den Spitälern, Labor- und Radiologiebefunde sowie die aktuelle Medikation der Patientinnen und Patienten.

Das soll z.B. Ärztinnen und Ärzten als unterstützende Entscheidungsgrundlage für die weitere Diagnostik und Therapie dienen.
Hinweis: Auf der e-card werden keine ELGA-Daten gespeichert. Die e-card ist lediglich eine Schlüsselkarte, die den Zugriff auf ELGA-Daten im jeweiligen Behandlungszusammenhang ermöglicht.

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Wann und wo startet ELGA in den Wiener Krankenhäusern?

Das ELGA-Portal ist seit Anfang 2014 in Betrieb. Bisher konnten aber noch keine Gesundheitsdaten abgefragt werden.

Ab Ende 2015 nehmen die öffentlichen Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbundes an ELGA teil. Danach folgen im Jahr 2016 die beiden Unfallkrankenhäuser (Lorenz-Böhler und Meidling) sowie das Hanusch-Krankenhaus und die Gesundheitszentren der WGKK. Schrittweise werden alle öffentlichen Spitäler mit ELGA arbeiten.

Übersicht: Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV)

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Wann startet ELGA bei niedergelassenen Vertragsärztinnen und –ärzten?

Voraussichtlich ab Mitte 2017 werden Ärztinnen und Ärzte mit Kassenvertrag, Gruppenpraxen, selbstständige Ambulatorien sowie Apotheken mit ELGA arbeiten.

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Ab wann können die Wienerinnen und Wiener ELGA nutzen?

Sobald Spitäler mit ELGA arbeiten und Wienerinnen und Wiener dort in Behandlung waren. Dann können sie sich nach ihrer Entlassung ihren eigenen Spitalsentlassungsbrief aus dem Krankenhaus online über das ELGA-Portal ansehen, ausdrucken oder abspeichern. Der Zugang befindet sich auf www.gesundheit.gv.at. Zur sicheren Anmeldung ist eine Handysignatur bzw. eine Bürgerkarte notwendig. Bereits seit 2014 haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich über das ELGA-Portal komplett oder teilweise von ELGA ab- bzw. wieder anzumelden.

Das ELGA-Portal ist im Einklang mit internationalen Standards barrierefrei gestaltet. Mit dem Start von ELGA im Spitalsbereich sollen den Wienerinnen und Wiener die eigenen Spitals-Entlassungsbriefe und die relevanten Labor- und Radiologiebefunde zur Verfügung stehen. Rückwirkend werden von den Spitälern aber keine ELGA-Gesundheitsdaten zur Verfügung gestellt.

Hinweis: Mit den erweiterten Funktionen des ELGA-Portals wird man festlegen können, welcher der aktuell berechtigten ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter wie lange auf die eigenen ELGA-Gesundheitsdaten Zugriff hat. Wenn auch der niedergelassene Bereich mit ELGA vernetzt ist, werden weitere Labor- und Röntgenbefunde sowie die von Ärztinnen und Ärzten bzw. Apotheken eingetragene Medikation für die Wienerin und für den Wiener abrufbar sein.

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Wer wird aller Zugriff auf meine Daten haben?

ELGA-Gesundheitsdaten einer Patientin oder eines Patienten sind für den ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter (Ärztin oder Arzt, Krankenhaus, Pflegeeinrichtung) nur dann zugänglich, wenn die Patientin oder der Patient aktuell bei diesem Gesundheitsdiensteanbieter in Behandlung oder Betreuung ist und keine Widersprüche deponiert hat. Apotheken werden auf die e-Medikation zugreifen können.

Ärztinnen und Ärzte, die für Behörden oder Versicherungen (z.B. Amtsärztinnen oder Amtsärzte oder der chefärztliche Dienst der Krankenkassen) tätig sind, aber auch Arbeitsmedizinerinnen oder Arbeitsmediziner haben keinen Zugriff auf ELGA- Gesundheitsdaten. ELGA-Gesundheitsdaten dürfen weder durch die WGKK, andere Sozialversicherungsträger bzw. Versicherungen noch durch den Arbeitgeber oder dessen Angestellte (z.B. Arbeitsmediziner/in, Personalchef/in) oder dessen Dienstleister (z.B. Personalberater/in) verlangt oder abgefragt werden.

Eigene Strafbestimmungen im ELGA-Gesetz unterstreichen diese Verbote. Bei missbräuchlicher Verwendung von ELGA-Gesundheitsdaten drohen hohe Strafen. Diese können bis zu mehreren 10.000 Euro bzw. einem halben Jahr Haft reichen.

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Welche Gesundheitsdaten werden über ELGA verfügbar gemacht?

Die ersten in ELGA verfügbaren Daten werden ärztliche und pflegerische Entlassungsbriefe des Krankenhauses, Laborbefunde und Radiologiebefunde sowie Medikationsdaten sein. Rückwirkend werden keine ELGA-Gesundheitsdaten zur Verfügung gestellt.

Weitere ELGA-Befunde werden noch festgelegt. Darüber hinaus ist vorgesehen, Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und medizinische Register über ELGA verfügbar zu machen.

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Kann ich meine ELGA-Gesundheitsdaten am ELGA-Portal verwalten?

Die Patientin oder der Patient hat die Möglichkeit, einzelne e-Befunde zu sperren, zu entsperren oder zu löschen. Sobald ein e-Befund gesperrt ist, sieht ihn die/der behandelnde Ärztin/Arzt nicht mehr. Bei der ELGA-Funktion e-Medikation wird es möglich sein, die gesamte e-Medikationsliste zu sperren, zu entsperren bzw. zu löschen. Es ist technisch sichergestellt, dass ELGA-Gesundheitsdiensteanbieter grundsätzlich nur dann Einsicht in die ELGA einer Patientin oder eines Patienten erhalten, wenn ein Behandlungs- oder Betreuungsverhältnis vorliegt. Die Entscheidung, ob es im Einzelfall von Nachteil ist, wenn die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt wichtige Informationen zum Gesundheitszustand oder die aktuelle Medikation nicht im Wege von ELGA zur Verfügung hat, muss jeder für sich treffen.

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Wie komme ich zu meinen Daten?

ELGA-Daten sind über das ELGA-Zugangsportal www.gesundheit.gv.at nach dem Einstieg mittels Handy-Signatur oder Bürgerkarte abrufbar. Über das ELGA-Portal können auch die eigenen Gesundheitsdaten  sowie die Teilnehmerrechte verwaltet werden. Zudem zeigt das ELGA-Protokoll, wer wann auf welche Gesundheitsdaten zugegriffen hat.

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Sind meine ELGA-Gesundheitsdaten sicher?

Für den Abruf der Daten werden höchste Sicherheitsstandards angewendet. Der Datentransport erfolgt bei ELGA ausschließlich verschlüsselt. Die Kommunikation zwischen den ELGA-Gesundheitsdiensteanbietern und im gesamten ELGA-System muss zudem über eigene Gesundheitsnetze erfolgen. Es wird technisch abgesichert, dass nur Gesundheitsdiensteanbieter auf die Daten einer Patientin oder eines Patienten zugreifen können, wenn ein aufrechtes Behandlungsverhältnis nachgewiesen wird. Dies erfolgt im niedergelassenen Bereich mittels Stecken der e-card bzw. der Administrationskarte, im Krankenhaus durch die (technische) Aufnahme der Patientin bzw. des Patienten. Die ELGA-Datensicherheitsexpertinnen und -experten arbeiten an der ständigen Weiterentwicklung der Sicherheitsarchitektur. Sämtliche Zugriffe auf das System werden mitprotokolliert und von einer Betrugserkennungssoftware überwacht. Bei missbräuchlicher Verwendung von ELGA-Daten drohen hohe Strafen.

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Welchen Nutzen hat ELGA für Wienerinnen und Wiener?

ELGA ermöglicht den ELGA-Teilnehmerinnen und Teilnehmern, unkompliziert und sicher auf die eigenen Befunde zuzugreifen. Egal, wann und egal, wo sie gerade sind. Die Teilnahme an ELGA und wer wie lange auf ihre  ELGA-Daten zugreifen darf, bestimmen  sie selbst. Zukünftig werden durch ELGA relevante Gesundheitsdaten zeit- und ortsunabhängig genau dann zur Verfügung gestellt, wenn diese für Diagnostik und Behandlung gebraucht werden. Dies führt zu einer Verbesserung der Behandlungsqualität und zu einer Erhöhung der Patientensicherheit.

Krankenhaus-Entlassungsbriefe, Laborbefunde, Röntgenbilder sowie Medikationslisten sind Puzzlesteine im Gesamtbild des Gesundheitszustandes einer Patientin oder eines Patienten. Ein Protokoll zeigt der Patientin oder dem Patient exakt an, wer wann auf welche Dokumente zugegriffen hat. Das ELGA-Portal kann außerdem zukünftig weitere ELGA-Funktionen integrieren, z.B. einen elektronischen Impfpass.

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Welchen Nutzen hat meine Ärztin oder mein Arzt von ELGA?

Die Ärztin oder der Arzt kann bei aktuellem Behandlungsverhältnis bestimmte Gesundheitsdaten abrufen, sofern die Bürgerin oder der Bürger der Teilnahme an ELGA nicht vollständig oder teilweise widersprochen hat. Dann kann zukünftig mit ELGA einfach und schnell auf Vorbefunde aus ganz Österreich und eine Medikamentenübersicht zugegriffen werden, wenn sie gebraucht werden. Die Befunde haben eine einheitliche Optik, strukturierten Aufbau und können automatisch in das ärztliche Dokumentationssystem übernommen werden. ELGA unterstützt die Ärztin oder den Arzt mit konkreten patientenbezogenen Informationen in Diagnostik und Therapie.

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Kann ich der Teilnahme an ELGA widersprechen?

Das ELGA-Gesetz spricht von einem so genannten „Opt-Out“, d.h. man kann als ELGA-Teilnehmerin oder ELGA-Teilnehmer bestimmen, ob man überhaupt oder zukünftig nur teilweise, z.B. nur für e-Medikation, an ELGA teilnehmen möchte. Die Bürgerinnen und Bürger können ihre ELGA-Teilnahme entweder elektronisch am ELGA-Portal – Einstieg über www.gesundheit.gv.at mit Handysignatur oder Bürgerkarte – oder postalisch über die ELGA-Widerspruchsstelle regeln.

Komplette und teilweise Widersprüche können widerrufen werden, wenn man sich dazu entschließt, wieder an ELGA teilnehmen zu wollen. Wie die Widersprüche selbst haben auch deren Widerrufe bei der ELGA-Widerspruchstelle zu erfolgen. Für „ELGA-freie Zeiten“ besteht freilich kein Rechtsanspruch auf eine nachträgliche Aufnahme jener ELGA-Gesundheitsdaten, die auf Grund der Abmeldung in ELGA fehlen.