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Rezeptgebührenobergrenze

Die Rezeptgebührenobergrenze beträgt zwei Prozent des Jahresnettoeinkommens der/des Versicherten (ohne Sonderzahlungen) und stellt den maximalen Betrag dar, den eine Person an Rezeptgebühren in einem Kalenderjahr zu entrichten hat. Überschreiten die Aufwände an Rezeptgebühren diesen Betrag wird diese Person automatisch von der Rezeptgebühr befreit.

Für weitere Informationen steht Ihnen eine Hotline unter der Telefonnummer: 050124 3360 zur Verfügung.

Ausführliche Informationen zur Obergrenze für Rezeptgebühren finden Sie auch unter dem Link auf der rechten Seite (Mehr im Internet).

Fragen und Antworten zur Rezeptgebührenobergrenze:


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Was sieht die Rezeptgebührenobergrenze grundsätzlich vor?

Es wurde eine Rezeptgebührenobergrenze von zwei Prozent des sozialversicherungspflichtigen Nettoeinkommens (ohne Sonderzahlungen)  ab 01.01.2008 eingeführt.

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Sind von der Regelung alle Selbstbehalte betroffen?

Von der Regelung ist nur die Rezeptgebühr betroffen.

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Gilt die Rezeptgebührenobergrenze für alle Personen oder nur für chronisch Kranke mit geringem Einkommen?

Die Rezeptgebührenobergrenze gilt für alle Personen, die nicht von der Rezeptgebühr befreit sind.

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Erfolgt die Begrenzung der zu zahlenden Rezeptgebühren laufend oder im Nachhinein?

Die Begrenzung der zu zahlenden Rezeptgebühren erfolgt während des laufenden Jahres. Wird die Obergrenze erreicht, muss die/der Betroffene in diesem Kalenderjahr keine Rezeptgebühren mehr zahlen und wird über das e-card-System automatisch von der Entrichtung der Rezeptgebühr befreit.

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Sind von der Rezeptgebührenobergrenze alle Medikamente betroffen, die in der Apotheke bezogen werden?

Von der Rezeptgebührenobergrenze sind nur jene Medikamente betroffen, für die die/der Patient/in eine Rezeptgebühr bezahlt hat. Medikamente unter der Rezeptgebühr werden daher für die Obergrenze nicht berücksichtigt.

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Wie werden die Medikamente berücksichtigt, die für Angehörige abgegeben werden?

Für Angehörige wird keine eigene Rezeptgebührenobergrenze festgelegt. Die von Angehörigen bezahlten Rezeptgebühren werden für die Erreichung der Obergrenze der/des Versicherten berücksichtigt.

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Erfährt die Ärztin/der Arzt bzw. Apotheker/in die Höhe meines Einkommens bzw. die Anzahl der von mir bezahlten Rezeptgebühren? Ist der Datenschutz gewährleistet?

Der Ärztin/dem Arzt wird nur angezeigt, ob die/der Patient/in von der Rezeptgebühr befreit ist. Sie/er erfährt nicht wie hoch das Einkommen der/des Betroffenen ist oder wie viele Rezeptgebühren sie/er bezahlt hat. Dies gilt auch für die/den Apotheker/in.

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Kann die e-card im Zusammenhang mit der Rezeptgebührenobergrenze verwendet werden?

Sie ermöglicht es, dass die Ärztin/der Arzt die Information darüber bekommt, ob die/der Patient/in von der Rezeptgebühr befreit ist.

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Wie wird die Obergrenze berechnet?

Die Berechnung erfolgt aufgrund der aktuellsten Jahresbeitragsgrundlage und/oder der Geldleistung/en, die der Sozialversicherung bekannt ist/sind.

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Wird die Obergrenze aufgrund des Bruttogehaltes oder aufgrund des Nettobezuges berechnet?

Die Berechnung der Obergrenze erfolgt aufgrund des Nettogehaltes. Dieses wird aus den Jahresbeitragsgrundlagen des letzten verfügbaren Jahres errechnet. Sonderzahlungen werden nicht berücksichtigt.

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Wie wird die Obergrenze von Pensionsbezieher/innen berechnet?

Die Berechnung erfolgt aufgrund der im aktuellen Kalenderjahr bezogenen Nettopension.

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Was passiert, wenn die/der Betroffene im aktuellen Kalenderjahr weniger verdient als im Jahr davor?

Die/der Betroffene kann bei ihrem/seinem Träger beantragen, dass die Obergrenze auf Grund des aktuellen Einkommens neu berechnet wird.

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Ich übe mehrere Beschäftigungen aus. Wie wird meine Rezeptgebührenobergrenze berechnet?

Die Obergrenze wird auf Grund der Summe aller Beitragsgrundlagen berechnet.

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Ich habe neben meinem Aktivbezug bzw. neben meiner Pension noch ein Einkommen aus einer Betriebspension, Vermietung und Verpachtung oder Zinsen. Werden diese Einkünfte bei Berechnung der Rezeptgebührenobergrenze berücksichtigt?

Nein, für die Obergrenze werden nur jene Einkünfte, die der Beitragspflicht in der Sozialversicherung unterliegen, berücksichtigt.

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Was passiert, wenn im laufenden Kalenderjahr die Rezeptgebührenobergrenze erreicht wird?

Die/der verordnende Ärztin/Arzt erhält über die e-card die Information „rezeptgebührenbefreit“.

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Kann es passieren, dass noch Rezeptgebühren zu bezahlen sind, obwohl im betreffenden Jahr die Obergrenze bereits erreicht wurde?

Da die im laufenden Kalenderjahr bezahlten Rezeptgebühren auf Grund der Heilmittelabrechnung bei den Trägern erfasst werden, die mit einer gewissen Verzögerung erfolgt, kann es dazu kommen, dass die/der Betroffene noch Rezeptgebühren bezahlen muss, obwohl er die Obergrenze im laufenden Kalenderjahr bereits erreicht hat.

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Was passiert, wenn im laufenden Kalenderjahr zu viele Rezeptgebühren bezahlt wurden?

Die zu viel bezahlten Rezeptgebühren werden der/dem Betroffenen im folgenden Kalenderjahr gutgeschrieben, dh dass ihre/seine Obergrenze entsprechend gesenkt wird.

Eine Rückzahlung von Rezeptgebühren, durch deren Zahlung in einem Kalenderjahr die Obergrenze überschritten wurde, kann auf Antrag der Versicherten/des Versicherten frühestens ab dem zweitfolgenden Kalenderjahr erfolgen, sofern diese Rezeptgebühren nicht bereits für die Erreichung der Rezeptgebührenobergrenze berücksichtigt wurden.

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Wie wird meine Obergrenze berechnet, wenn ich im maßgeblichen Zeitraum keine Beschäftigung hatte?

Die Obergrenze wird auf Grund der in diesem Zeitraum bezogenen Geldleistung (wie etwa Arbeitslosengeld) berechnet.

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Ich beziehe kaum Medikamente, aber meine Frau/mein Mann, die/der kein eigenes Einkommen hat, braucht viele Medikamente. Wie wirkt sich das auf die Rezeptgebührenobergrenze aus?

Für die Ehefrau/den Ehemann als Angehörige/n wird keine eigene Obergrenze berechnet. Die von ihr/ihm bezogenen Medikamente werden bei der Erreichung der Obergrenze der/des Versicherten berücksichtigt.

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Erhalte ich eine Information darüber, wie hoch meine Rezeptgebührenobergrenze im laufenden Jahr ist?

Eine Information über die für die/den Einzelnen festgelegte Obergrenze ist derzeit nicht geplant, könnte aber jederzeit umgesetzt werden (z.B. Bürgerkarte).

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Werde ich bei Erreichen der Rezeptgebührenobergrenze von der Krankenkasse informiert?

Eine Information der/des Einzelnen über die Erreichung der Obergrenze ist derzeit nicht geplant. Durch die Information der/des verordnenden Ärztin/Arztes ist gewährleistet, dass die/der Betroffene/n nach Erreichen der Obergrenze keine Rezeptgebühren mehr zahlen muss.

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Wie erfährt die Ärztin/der Arzt, ob die Rezeptgebührenobergrenze bereits erreicht ist?

Die/der Ärztin/Arzt erhält über das e-card-System die Information, ob die/der Betroffene von der Rezeptgebühr befreit ist und kennzeichnet das Rezept dementsprechend.

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Mein/e Tochter/Sohn hat im vorigen Jahr eine Ferialpraxis absolviert. Im restlichen Jahr hat er keine Beschäftigung ausgeübt. Was bedeutet das für die Rezeptgebührenobergrenze?

Ist die/der Tochter/Sohn zum Zeitpunkt der Festlegung der Obergrenzen zum Ende des Jahres Angehörige/r, so wird für ihn keine Obergrenze festgelegt. Die von ihm bezahlten Rezeptgebühren werden für die Erreichung der Obergrenze der Mutter bzw. des Vaters berücksichtigt.

Ist die/der Tochter/Sohn zum Zeitpunkt der Festlegung der Obergrenzen zum Ende des Jahres abermals Ferialpraktikant, so wird das Einkommen aus der letzten Ferialpraxis durch zwölf dividiert und zur Berechnung der Rezeptgebührenobergrenze herangezogen.

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Ändert sich durch die Rezeptgebührenobergrenze etwas beim Besuch einer/eines Ärztin/Arztes?

Nein.

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Bleibt die Rezeptgebührenbefreiung nach den Richtlinien bestehen?

Ja.

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Ich beginne heuer erstmals zu arbeiten. Wie wird meine Rezeptgebührenobergrenze berechnet?

Wenn im maßgeblichen Kalenderjahr keine Beitragsgrundlage gespeichert ist, wird die Obergrenze von einem Fixwert berechnet.

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Ich habe im letzten Jahr gut verdient und verdiene heuer sehr wenig. Wie wirkt sich dies auf meine Rezeptgebührenobergrenze aus?

In diesem Fall kann ein Antrag auf Herabsetzung der Obergrenze beim zuständigen Träger gestellt werden in dem die aktuellen Einkommensverhältnisse darzulegen sind.

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Ich war in den letzten Jahren bei meiner Ehefrau/meinem Ehemann mitversichert und habe nun zu arbeiten begonnen. Wie wirkt sich das auf meine Rezeptgebührenobergrenze aus?

Die Rezeptgebührenobergrenze wird in diesem Fall von einem Fixbetrag berechnet.

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Ich verdiene gut, meine Frau/mein Mann jedoch wenig, unser Kind ist bei beiden mitversichert. Wie werden die von meinem Kind konsumierten Medikamente berücksichtigt?

Es besteht ein Wahlrecht, bei welchem Träger die Leistung in Anspruch genommen wird. Die Rezeptgebühren werden bei der/dem Versicherten jenes Trägers berücksichtigt, der im Leistungsfall in Anspruch genommen wurde.

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Ich bin freiwillig krankenversichert. Wie wird meine Rezeptgebührenobergrenze berechnet?

Die Obergrenze wird auf Basis der Beitragsgrundlage berechnet, von der die Beiträge zur freiwilligen Versicherung berechnet wurden.