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Informationen zur Barrierefreiheit

Übersicht: Barrierefreiheit in den Kundencentern, Gesundheitszentren und im Hanusch-Krankenhaus


Seit 1. Jänner 2016 gilt österreichweit das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (BGStG) in der Verwaltung. Das bedeutet, dass künftig sowohl der Zugang sowie die Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, barrierefrei erreichbar sein müssen. Es geht also um die Schaffung einer Umgebung ohne Barrieren, um eine Nutzung ohne Einschränkungen oder Benachteiligungen zu ermöglichen. Barrierefreiheit bedeutet auch, dass alle Wahrnehmungen künftig nach dem „2-Sinne-Prinzip“ gewährleistet sein müssen. Es müssen mindestens zwei der drei Sinne Hören, Sehen und Tasten angesprochen werden.

Bereits in den vergangenen Jahren hat die WGKK bei diversen Zu- und Umbauten dem Prinzip der Barrierefreiheit Rechnung getragen und notwendige Maßnahmen wie etwa Adaptierungen von Eingängen, Aufzugsanlagen oder barrierefreien WC-Anlagen in die Wege geleitet.

Unsere Einrichtungen wie Bezirksstellen und Kundencenter werden aufgrund ihrer Dienstleistungen anders adaptiert als etwa Gesundheitszentren / Zahngesundheitszentren. Bei Letzteren sind hygienische Aspekte von besonderer Bedeutung und zusätzlich zu berücksichtigen.

Die WGKK hat mit der Einsetzung eines Koordinators, welcher für die Umsetzung gemäß Behindertengleichstellungsgesetz zuständig ist, Rechnung getragen. Diese Position wurde aufgrund der Vielfältigkeit der anfallenden Aufgaben, zu deren Abstimmung und zur Koordination der zuständigen Abteilungen unumgänglich.

Kundencenter Breitensee und Kagran

Zwei neue WGKK Kundencenter zeigen, was Barrierefreiheit praktisch bedeutet. Seit Anfang April 2015 ist das Kundencenter Breitensee in der Hütteldorfer Straße 112 im 14. Wiener Bezirk in Betrieb. Hier ist alles auf neuestem technischen Stand. Vom Eingang weg bis zu den Zimmern der Ärztinnen und Ärzte, alles ist barrierefrei. Ein taktiles Wegleitsystem leitet sehbehinderte Patientinnen und Patienten sicher und zielgerecht zu barrierefreien Schaltern, wo sie empfangen und weiter geführt werden.

Auch die taktile Schrift, leicht erhöht und leicht lesbar sowie gut tastbar, ist eine Hilfestellung für sehbehinderte und blinde Personen. Des Weiteren wurde auch eine sogenannte „induktive Höranlage“ installiert, die Schwerhörigen am Schalter ein angenehmes, geräuschfreies Gespräch ermöglichen sollen.

„Mit der neuen Außenstelle ist uns ein entscheidender Schritt hin zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen gelungen“, sagte WGKK-Obfrau Mag.a Ingrid Reischl bei der Eröffnung des Kundencenter Breitensee. Sie unterstrich dabei auch, dass nun den Bedürfnissen aller Versicherten gleichermaßen Rechnung getragen wird.

Seit 5. Oktober 2015 verfügt die WGKK über eine weitere barrierefreie Außenstelle. Das neue Kundencenter Kagran befindet sich am Kagraner Platz 1 im 22.Wiener Bezirk. Die WGKK hat sich in Sachen Serviceorientierung und Barrierefreiheit sehr viel vorgenommen, und kann dabei auf viele bereits umgesetzte Schritten aufbauen. Das Kundencenter Spittelau wird zu Beginn des Jahres 2016 dem gleichen Ausstattungsstandard entsprechen wie die bereits bestehenden Kundencenter Breitensee und Kagran, weitere Kundencenter, Gesundheitszentren und Zahngesundheitszentren werden folgen.

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Informieren und kommunizieren

Barrierefreiheit beschränkt sich aber längst nicht nur auf das Umsetzen von baulichen Maßnahmen. Sie bezieht sich zum Beispiel auch auf die optische und inhaltliche Gestaltung von Broschüren, Informationsmaterial, Webauftritt und Publikationen. Dabei steht sowohl die leichte Lesbarkeit als auch die klare Verständlichkeit der Angebote im Vordergrund.

Die WGKK arbeiten auch an der Möglichkeit, allen Kundinnen und Kunden künftig ein Videodolmetsch-System inklusive Gebärdendolmetsch anbieten zu können. Die technischen Möglichkeiten sowie die rechtlichen Aspekte wurden kürzlich intensiv geprüft und von Fachleuten getestet. Vorrangig wurde dieses System im Hanusch-Krankenhaus getestet, weil dort mit Patientinnen und Patienten unterschiedlicher Herkunft mitunter Sprachbarrieren bestehen. Gerade hier ist eine klare und rechtlich einwandfreie Kommunikation oft entscheidend für Erfolg oder Misserfolg einer ärztlichen Behandlung.

Nach bereits positiv abgeschlossener Testphase wird die WGKK dieses System auf drei Stationen des Hanusch-Krankenhauses einsetzen. Der Zeitpunkt des Starts des echten Vollbetriebes wird der Jänner 2016 sein. Die WGKK überlegt momentan diese Dienstleistung auch auf ausgewählte Gesundheitszentren auszudehnen.

Info

Das Behindertengleichstellungsgesetz
§6 (5) des BGStG besagt: Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.
Kommt es infolge einer von einer behinderten Person behaupteten Diskriminierung wegen dieser Behinderung zur Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen, ist im BGStG vor Einschaltung der Gerichte ein verpflichtend durchzuführendes Schlichtungsverfahren (kostenfrei) beim Sozialministeriumservice vorgesehen. Das Schlichtungsverfahren soll allen Beteiligten eine rasche, kostengünstige außergerichtliche Streitbeilegung ermöglichen. Zur Unterstützung kann im Rahmen der Schlichtung eine Mediation als alternatives Konfliktlösungsinstrument kostenfrei in Anspruch genommen werden. Erst wenn im Schlichtungsverfahren keine gütliche Einigung erzielt werden konnte, steht dem Antragsteller der Weg zu den ordentlichen Gerichten offen.